Mein allererstes Wochenende in Südafrika habe ich in Ponta d’Ouro in Mozambique verbracht. Ich wusste nicht wirklich was auf mich zukommt, sondern bin einfach mitgefahren, da man bei Sonne, Strand und Meer nicht wirklich etwas falsch machen kann, vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass es in Südafrika selber bei meiner Ankunft im August noch verhältnismäßig kalt war!
Dieses Wochenende war ein extremer Gegensatz zu Johannesburg und Midrand und allem was ich bisher gesehen habe.
Aber ich werde am besten ganz von vorne anfangen:
Freitag nacht sind wir um 1 Uhr losgefahren, damit wir früh um 8 Uhr, direkt zur Öffnung, an der südafrikanisch-mozambiquanischen Grenze ankommen konnten.
Wir wurden vorher gewarnt, wir sollten nicht nachts fahren (“Zwischen 12 Uhr und 5 Uhr früh ist man in Südafrika nicht unterwegs”) und wenn wir denn unbedingt nachts fahren wollten ( wir konnten nicht anders, weil die Grenze um 17 Uhr schliesst und erst früh um 8 Uhr wieder öffnet), dann auf keinen Fall über die Autobahn N4. Da sind nämlich viele Townships und außerdem heisst es, dass es sehr gefährlich ist, dort zu fahren, zumindest mitten in der Nacht.
Als wir also um 1 Uhr am Freitag abend losfahren, kommt der erste Schock, als auf die Frage: “Welche Strecke fahren wir eigentlich nach Mozambique?” geantwortet wird: “Ja, erst ueber die N4 bis Witbank und dann….” Danke das reicht.
Wir fahren an einem riesigen Stausee bei Jozini vorbei, der uns beim Sonnenaufgang einen wunderbaren Anblick bietet.
An der Grenze, die wir sogar fast pünktlich um 8 Uhr erreichen, werden wir von DC, dem Tauchlehrer, abgeholt. Passkontrolle, alles klappt, wir bekommen unser Visum und nach der immer gleichen Prozedur. Ausreise Südafrika, Einreise Mozambique wieder neue Stempel. Der Mann, der die Pässe stempelt, hämmert darauf ein, als ob er sie durchhauen wollte.
Wir steigen auf einen Pick-up und fahren los. Vor uns liegen nur noch Sandwege, Strassen gibt es nicht, deswegen ist auch der Pick-up unerlässlich, und ohne 4×4 geht hier nichts, wie wir auch später im Camp feststellen werden. Die Fahrt ist sehr spannend, weil wir schon drauf warteten, dass wir stecken bleiben und wir alle schieben müssen. Aber nichts dergleichen geschieht, wir werden nur mächtig durchgerüttelt und haben Angst aus dem Wagen befördert zu werden, da es DC anscheinend etwas eilig hat. Die Kinder am Strassenrand rufen: “Sweets, sweets”. Das ist wohl das erste und oft einzige Wort, das afrikanische Kinder auf englisch lernen.
Wir können das Meer schon riechen. Eine leichte Brise weht uns um die Nase, die Luft schmeckt salzig, einfach herrlich! Wir kommen ins Camp der Tauchbasis (http://www.thewhaler.co.za). Überall stehen Strohhäuschen, 4×4, viele Boote und Taucherausrüstungen sind zu sehen.
Nach Bezug unserer Hütten machen wir uns auf den Weg zum Strand. Das Meer und der Strand sind unbeschreiblich schön! Ich habe noch nie so ein schönes Meer gesehen! Das Meer ist wundervoll blau, es gibt einige Wellen, dazu ein feiner Sandstrand und begrünte Hügel. Das muss wohl das Paradies sein!
Später dürfen wir sogar mit den Tauchern aufs Meer rausfahren. Wir steigen in ein riesengrosses Schlauchboot mit Motor. Angesichts der Wellen halten wir es für angebracht, uns irgendwo festzuhalten, aber wo? Der Fahrer deutet auf irgendwelche Schlaufen im Boden, in die wir unsere Füße stecken können und auf dünne Seile aussen am Rand des Bootes. Tja, das hört sich ganz passabel an. Nur, dann schürt unser Fahrer, der aussieht wie der Alm-Öhi (im Alter von 30 Jahren) mit Wollmütze und Sonnebrille, wie ein Irrer los ! Es war einfach nur ein Riesenspass! Angekommen drehen wir unsere Runden an der Wasseroberfläche um’s Boot, obwohl mir etwas mulmig bei der Sache ist, da uns der Fahrer gerade vorher noch erzählt hat, dass es einige Haie in der Gegend gibt, die einem aber angeblich nichts tun.
Wir haben bei dieser Tour sogar Glück, denn als wir auf dem Rückweg sind, sehen wir Delphine ! Das ist echt ein beeindruckendes Erlebnis ! Wild lebende Delphine neben unserem Boot, die man, wenn man nur die Hand ausstrecken würde berühren könnte!
Es wird abend und langsam dunkel.
Auf einmal entdecken wir ganz viele Sterne am Himmel. Wir gehen ans Meer, um eine besser Sicht auf die Sterne über uns zu haben. Ich habe vorher noch nie einen so wunderschönen Sternenhimmel gesehen, auch die Milchstrasse ist deutlich wie nie zu erkennen. Dazu dann noch das leise Rauschen des Meeres, einfach herrlich!
Den Versuch, draussen am Strand unter freiem Sternenhimmel zu schlafen, gaben wir nach ein paar Stunden auf, da es nachts doch empfindlich kalt wird!
Also verbringen wir die Nacht doch in unseren kleinen Strohhütten und sind froh, von den Moskitos verschont worden zu sein.
Den nächsten Morgen beginnen wir erstmal mit einem langen Strandspaziergang. Das Meer und die Landschaft sind faszinierend, einfach unbeschreiblich schön.
Der ewig lange Sandstrand, die Gischt und sobald man um eine Ecke läuft liegen wieder weitere unzählige Kilometer herrlicher Sandstrand vor einem.
Unsere zweite Bootstour schlägt die erste um Längen! Die Wellen sind höher, wir haben Schwierigkeiten überhaupt auf’s Meer hinauszufahren. Dann geht es viel viel weiter hinaus, da Tieftauchen angesagt ist. Nachdem wir die Taucher abgesetzt haben, sind wir wieder alleine auf dem Boot und der Fahrer nimmt uns mit auf einen abenteuerlichen Trip durch die Wellen. Wir sehen unzählige Delphine! An einer Stelle dürfen wir sogar selber etwas Schnorcheln gehen, einfach herrlich!
Als wir die Taucher abholen, sehen wir wieder Delphine direkt vor dem Boot und eine Riesenwasserschildkröte! Auf dem Rückweg schwimmen die Delphine so nah vor dem Boot, dass man sie beinahe anfassen kann, einfach unbeschreiblich schön!
Nach unserer Bootstour machen wir noch einen Strandspaziergang und geniessen nocheinmal das herrliche blaue Meer, die Gischt und die Sonne.
Dann machen wir uns auf den Rückweg. Ein paar Jungs steigen mit auf den Pick-up, fahren ein Stück mit.
Es war ein wunderschönes Wochenende, ich habe es sehr genossen das Gefühl zu haben im Paradies zu sein!