Zimbabwe – Victoria Falls

Nach einer Stunde Schlaf und einer langen Nacht klingelte Samstagmorgen um 6 Uhr der Wecker, aber ich war ja selber Schuld, also gab es kein zurück, ich habe mich ins Bad gequaelt und dann wurden wir auch schon abgeholt. Wir waren auch pünktlich am Flughafen, nur konnten wir nicht ahnen, dass am Tag zuvor eine Maschine nach Frankfurt ausgefallen war, deren Abflug nun ein riesiges Chaos verursacht hatte. Uns erwartete beim Check-in eine Schlange bis zum Ausgang. Also hieß es warten und es wurde später und später, eine Viertelstunde vor Abflug endlich die Erlösung: “Passagiere nach Victoria Falls bitte hier zum Check-In!” Wir waren super erleichtert, doch dann der nächste Schock: “Der Flug ist bereits geschlossen, nur Fr. Hiltrop kann noch mit eingebucht werden.” Nach einigem hin und her ist es uns dann doch noch gelungen mit auf das Flugzeug gebucht zu werden, danach hieß es dann rennen. Ich war so froh, als wir endlich im Flugzeug saßen! Das kann sich niemand vorstellen, ich war einfach nur so was von fertig! Im Flugzeug konnten wir uns dann aber erholen, es gab leckeres Frühstück und ich habe etwas geschlafen. Um 11 kamen wir in Zimbabwe an, Einreise auch kein Problem, mal wieder ein Visum mehr im Pass. Zimbabwe_ 01.JPG Doch wir waren noch nicht erlöst: unser Gepäck war nicht in der Maschine! Durch unseren späten Check-In konnte das Gepäck nicht mehr eingeladen werden, also zur Information, Bagage Claim ausfüllen, hoffen und warten, dass die nächste Maschine die Koffer mitbringt. Wenigstens hat mit dem Flughafentransfer alles geklappt, wir wurden pünktlich mit dem Bus abgeholt. Es war schon eine Umstellung, da es in Zimbabwe, wie bereits im Flugzeug angekündigt war 30 Grad hatte, zum Glück gab es eine Klimaanlage! Es ging dann vom Flughafen durch eine richtig ausgedörrte Gegend Richtung Victoria Falls. Zimbabwe_ 02.JPG Der Anblick der Menschen und Stände am Straßenrand und die vertrocknete Gegend waren nichtsneues für uns, als wir jedoch im Hotel ankamen wussten wir all der Stress hat sich gelohnt: uns erwartete eine grüne Oase inmitten der Dürre. Zimbabwe_ 11.JPG Einfach in der Sonne liegen, entspannen, zwischendurch etwas abkühlen und nichts tun!

Gut erholt haben wir uns dann um 15 Uhr aufgemacht zum Helikopterflug. Wir wurden direkt am Hotel abgeholt und zum Landeplatzgebracht. Nach einer kurzen Info ging es los und ich durfte sogar vorne neben dem Piloten sitzen! Zimbabwe_ 15.JPG Und dann der erste Eindruck direkt von oben, einfach der helle Wahnsinn! Die Falls sind ein Traum, ewig lang, der Wasserstaub ist schon von weitem zu sehen, überall Regenbögen, einfach toll! Zimbabwe_ 06.JPG
Wir haben dann einige Runden über den Falls direkt gedreht, sind ein Stück den Zambezi River entlang geflogen, über den National Park, da haben wir dann sogar Elefanten und Büffel gesehen, und dann wieder zurück. Das war vielleicht ein irres Erlebnis, so hoch in der Luft über den Falls zu fliegen! Zimbabwe_ 07.JPG Direkt im Anschluss ging es auch gleich weiter zum Sunset Cruise. Das war eine Art Schiffsafari auf dem Zambezi River, uns wurde einiges erklärt, außerdem haben wir Krokodile und Hippos gesehen und die traumhaften Inseln im Fluss. Es war zum Glück einfach nur wahnsinnig entspannend!
Als wir zurück ins Hotel kamen, war auch tatsächlich das Gepäck da, so dass nun wirklich alles perfekt war. Am Abend gab es ein tolles Buffet, bei dem man neben Wardhoc (“Pumba”) auch Krokodil essen konnte und bei dem man mit  Tänzen während dem Essen unterhalten wurde. Wir sind dann aber nach dem Essen direkt ins Bett gegangen, da wir alle noch so k.o. waren und all die neuen Eindrücke erstmal verarbeiten mussten.

Sonntagmorgen hieß es dann wieder um 6 Uhr aufstehen.
Gut gestärkt wurden wir dann um 7 von unseren Rafting Guides abgeholt, danach haben wir noch die anderen eingesammelt und los ging es. Wir sind direkt bis zu den Falls gefahren, da war ein kleinens Camp, wo wir bei einem zweiten Frühstück die Sicherheitsanweisungen bekommen haben. Danach hatte ich eigentlich schon genug, es hat sich angehört als würde man nur in Gefahr schweben, es gab Tipps vom short bis zum long swimmer (wenn man aus dem Boot fällt und nah bzw. weit weg vom Boot ist), außerdem wie man sich an den Rettungskayaks festzuhalten hat und der letzte Rat war dann noch: “Immer Füße voraus, damit ihr die Krokodile wegkicken könnt, wenn sie auf euch zu schwimmen”. Ich habe mich nur noch gefragt welcher Teufel mich geritten hat diesen Trip zu buchen!
Aber zu spät, ich hatte bereits die Ausrüstung in Form von Paddel, Lifejacket und Helm in der Hand und los ging es eine super steile Treppe hinunter zum Fluss. Nach einem langen Weg entlang des Zambezi River kamen wir direkt am Fuße der Falls an. Alleine der Blick hat mich mal wieder alle Strapazen vergessen lassen. Es war herrlich! Dann ging es auch schon los, unser Guide war Steve – worüber ich heilfroh war, da er der älteste und erfahrensde der Guides zu sein schien – außerdem war noch Chris mit im Boot, ansonsten bestand unser Team aus sieben Anfängern. Also haben wir erstmal am Fuße der Falls geübt. “Right paddel, left paddel, right turn, left turn“ – und dann plötzlich – „all into the water!” und bevor ich mich versah lag auch ich das erste Mal im Wasser. Zum Glück schien die Sonne und es war warm, so war das eine willkommene Abwechslung!
Nach einigem üben konnte es dann losgehen, Rapid Nr. 1 “Boiling Pott” genannt machte seinem Namen alle Ehre, wir rasen also in die Stromschnelle hinein, ich höre Steve nur “Right paddle!” schreien, aber zu spät, wir sind bereits in voller Fahrt auf einen Felsen und prompt kippt das Boot und alle landen im Wasser. Horror! Ich bin unter Wasser, weiß nicht wo oben und unten ist, überall Strudel, Wasser, Blasen, es wird nicht heller, ich bekomme keine Luft mehr, ich glaube ich muss ersticken, dann plötzlich wird es heller und ich habe es geschafft, ich bin oben angekommen, Luft! Zum Glück werde ich gleich wieder ins Boot gezogen, ich bin total durcheinander und verwirrt, ich möchte einfach nur noch weg, wieso habe ich mir das angetan? Aberjetzt ist es zu spät, weiter geht’s, Steve lenkt uns sicher, seine ruhige Stimme macht mir Mut, vor jedem Rapid gibt es eine kurze Anweisung, worauf zu achten ist bzw. welche Stellen zu vermeiden sind, außerdem der Schwierigkeitsgrad. Das Schwierigste Rapid heißt “Commercial suicide”, aber den fährt beinahe niemand. Die nächsten Rapids meistern wir ohne Schwierigkeiten, dann kommt allerdings Rapid 5, Schwierigkeitsgrad 5 mit dem Namen “Midnight Dinner”. Und natürlich werden wir zum Dinner des Zambezi River, es sieht alles ganz gut aus, bis einige aus dem Boot fallen, beim Versuch sie an Bord zu ziehen floated das Boot, d.h. es kippt um, alle sind im Wasser, ich kann mich zum Glück festhalten, Steve gelingt es das Boot wieder umzudrehen und weiter geht’s. Langsam werden wir sicherer, Die Grade 3 und 4 meistern wir, sogar eine weitere 5, trotz wohlklingender Namen wie “The three ugly sisters and their more ugly mother”,“Terminator”, …
Dann kommt die Nummer 8 wir haben die Wahl Schwierigkeitsgrad 2 “Kentucky fried Chicken” oder Grad 5 “Monsters Munch”, wir nehmen den Muncher, das wird uns zum Verhängnis, anfangs läuft alles gut, dann floaten wir wieder. Diesmal verliere ich das Boot, ich treibe durch die Stromschnelle, wieder nur Wellen, Wasser, über Wasser, unter Wasser, ich schlucke Wasser endlich taucht Ernest (Steves jüngerer Bruder) mit dem Rettungskayak auf, an dem ich mich festhalten kann, er bringt mich zum Boot und Steve holt mich wieder hinein. Nummer 9 “Commercial suicide” umgehen wir, nur das Boot trudelt alleine hindurch und es ist der wahre Suicide! Dennoch springt Steve unten wieder ins Boot und bringt es an Land.
Nach Nummer 10 endlich Mittagspause, ich bin total zitterig auf den Beinen, die ersten hören auf, ich überlege auch, mache dann aber doch weiter. Zum Glück, denn der Nachmittag wird toll: Die Rapids sind nicht mehr so schlimm, wir floaten nur noch einmal, dann dürfen wir sogar ein Stück neben dem Bootschwimmen, toll einfach so dahin zu treiben!
Nach Nummer 21 ist es dann geschafft, jetzt steht uns nur noch ein Fußmarsch von 750 Höhenmetern bevor, in dem wir unsere Paddel, Schwimmweste und Helme den Canyon nach oben zum Camp tragen müssen.
Ich kann es noch nicht glauben, ich habe es geschafft, ich hatte zwischendurch nur noch Panik, besonders als ich gehört habe, dass hier doch schon so einiges passiert ist! Aber wir haben es geschafft und es war toll!

Als wir abends mit dem Bus in Richtung Stadt fahren erleben wir eine Riesenüberraschung: ein Elefant läuft vor uns über die Strasse und das ist keine Besonderheit! Wir sind aber total überwältigt!

Wir saßen dann noch etwas am Pool, bis wir wieder ins Bett gefallen sind.

Eigentlich wollten wir dann ja mal ausschlafen, aber um 6 Uhr morgens klingelt mal wieder das Telefon und uns wurde Bescheid gesagt, dass wieder Elefanten an der Rezeption sind! Zimbabwe_ 08.JPG Wir haben uns also angezogen und die Elefanten bestaunt, echt toll! Auch später beim Frühstück stehen sie noch ungefähr 200m von uns entfernt und frühstücken ebenfalls gemütlich zusammen mit einer Affenbande. Zimbabwe_ 30.jpg Man kann es nicht glauben, wenn man es nicht gesehen hat, aber es war so!

Als erstes sind wir dann nach dem Frühstück zur Grenzbrücke zwischen Zimbabwe und Zambia gefahren. Zimbabwe_ 04.JPG Von da konnte man auf den Zambezi River hinunterschauen. Es war toll noch mal die Rapids von oben zu sehen und dann kam auch gerade wieder die Gruppe von Steve mit den Booten gefahren, das war ein Zufall! Zimbabwe_ 03.JPG Danach haben wir noch eine Tour direkt an den Victoria Falls entlang gemacht. Zimbabwe_ 06.JPG Ich kann es noch nicht glauben, es ist einfach ein Wunder, dass es so etwas Schönes gibt! Und ich habe die Falls jetzt aus drei verschiedenen Perspektiven gesehen, jede auf ihre Weise beeindruckend! Von oben aus dem Heli, von unten aus dem Boot und dann direkt von gegenüber. Zimbabwe_ 23.JPG

Danach ging es los in Richtung Flughafen. Ich war irgendwie erschöpft, außerdem erschlagen von all dem Schönen was ich erleben durfte.

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