Wir fliegen mit Kulula, eine südafrikanische Billigfluggesellschaft, wie z.B. Air Berlin in Deutschland. Mit dem Flug geht alles glatt, wir starten pünktlich und landen 2 Stunden später in George. Der Anblick beim Ausstieg ist überwältigend: Auf der einen Seite Berge, auf der anderen das Meer und alles ist grün!
Es sticht schon fast in den Augen, wenn man die staubige rot-braune Gegend um Jo’burg gewohnt ist, plötzlich inmitten von grünen Wiesen zu stehen und vor allem ist überall Wasser.
Direkt am Flughafen bekommen wir auch unseren Mietwagen, einen blauen Toyota Corolla mit dem wir uns dann erstmal auf der Küstenstraße aufmachen in Richtung Osten, nach Knysna.
Knysna ist ein wunderschönes Städtchen direkt am Meer mit traumschönem Hafen.
Dort machen wir eine Pause um an der Waterfront den herrlichen Sonnenuntergang zu genießen! Weiter geht es an Plettenberg Bay, eine sehr moderne und schicke Wohngegend mit vielen Hotels, vorbei zu einem Backpacker (Jugendherberge) direkt an den Tsitsikamma Mountains. Dort angekommen entscheiden wir uns aber doch noch für eine andere Alternative, nämlich Stanley Island, ein Backpacker auf einer Insel in einem Fluss. Etwas mulmig wird uns schon, als wir im Dunkeln am Ufer des Flusses stehen und hupen, um die Fähre zu rufen. Wenig später hören wir aber schon das Geräusch eines näher kommenden Schiffes und tatsächlich, eine kleine Fähre kommt angefahren um uns mit unserem Gepäck auf die Insel zu bringen.
Wir sind begeistert! Es wartet ein wunderschönes Zimmer in einem gemütlichen Backsteinhaus auf uns.
Nachdem wir ausgepackt haben, lade uns die Besitzerin noch auf eine Suppe und ein Glas Wein in den gemütlichen Aufenthaltsraum mit Kamin ein. So können wir den ersten Abend gemütlich ausklingen lassen.
Als wir am nächsten Morgen von den ersten Sonnenstrahlen wach gekitzelt werden können wir es gar nicht glauben, aber die Umgebung, die wir ja nur im Dunkeln gesehen haben übertrifft all unsere Erwartungen! Eine Insel in einem Fluss inmitten von herrlichen grünen Bergen, weit und breit nichts, außer die Backpacker Backsteinhäuschen. Die Fähre bringt uns wieder an Land und weiter geht es in Richtung Tsitsikamma Mountains.
Nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir die Bloukranes Bridge, wo der mit 216 m höchste Bungi Sprung der Welt angeboten wird. Da ich schon immer mal Bungi Jumpen wollte ist das für mich natürlich die Krönung direkt den im Guinessbuch eingetragenen höchsten Sprung der Welt zu wagen, auf geht’s also:
erst anmelden, dann wiegen, Gurt anlegen, noch einige Anweisungen und auf geht’s. Ich bin die erste, die an diesem wunderschönen sonnigen Morgen den Sprung wagen darf. Die Crew ist super drauf, nimmt einem eventuell vorhandene Angst, klasse Musik im Hintergrund, ich freue mich riesig.
Und dann heißt es auch schon 5,4,3,2,1… BUNGI!!!!!!!!!!
Es war ein unbeschreibliches Gefühl, man springt los in Richtung Berge, fällt und fällt und fällt und dann ist es zu Ende. Es geht so schnell man weder Zeit hat Angst zu haben noch nachzudenken! Dann hing ich da mit Blick auf das herrliche blaue Meer und ich war der glücklichste Mensch der Welt!
Es war einfach der helle Wahnsinn, so ein irres Gefühl, ich habe so etwas noch nie erlebt! Ich konnte auch nicht glauben, dass ich das gemacht habe! Aber es war toll! Danach natürlich noch das Video gekauft und ein Stück Bungi Seil als Andenken. Ich bin so froh, dass ich es endlich gemacht habe, es ist überhaupt nicht schlimm, einfach nur ein irres Gefühl!
Von hier aus ging es dann wieder zurück in Richtung Westen immer am Meer entlang. Wir haben einen Zwischenstop am herrlichen Strand in Plettenberg Bay gemacht, der ideale Urlaubsort, nur etwas überfüllt. Danach waren wir im “Garten Eden” spazieren, ein riesiger Wald mit einer Art Trail den man entlang wandern konnte, ringsum riesige alte Bäume und wunderschöne Pflanzen.
Mittags waren wir dann noch mal in Knysna an der Waterfront und haben das muntere Treiben beobachtet. Dort habe ich auch eine wunderschöne Wollstrickjacke erstanden, die mich immer an all das schöne erinnern wird!
Von Knysna ging es weiter in den “Wilderness National Park”, wo wir eine Kanutour in eine Art Urwald gemacht haben.
Ich kam mir vor wie in den tiefsten Tropen, es war herrlich, kein Mensch nur die Tiere und die wunderschöne Umgebung, eine herrliche Stille, nur das Plätschern der Paddel.
Nach einem Einkauf in George (wo wir ursprünglich gelandet sind) ging es dann noch weiter bis nach Oudtshoorn, wo wir abends in einem super gemütlichen Backpacker untergekommen sind. Abends haben wir gemütlich gegessen und sind nach diesem sehr anstrengenden Tag nicht all zu spät schlafen gegangen.
Der Morgen begann mit einem herrlichen Frühstück in der Sonne auf der Terrasse. Dann sind wir aufgebrochen zuerst auf den 1.500 m hohen Swartberg Pass, wo man eine tolle Aussicht hatte.
Weiter ging es zu den Cangoo Caves, riesige Tropfsteinhöhlen, in denen wir eine Adventure Tour mitgemacht haben, wo es darum ging sich durch hohe Kamine, enge Gänge und teilweise 30 cm hohe Spalte mit Namen wie Letter Box zu schlängeln. Es war irre, nicht alle haben bis zum Ende mitgemacht, einige haben vorher aufgegeben, aber es war auch manchmal richtig eng und beängstigend. Da kann man sich richtig vorstellen wie sich die Höhlenforscher fühlen müssen!
Nach den Caves waren wir auf einer Straussenfarm, wo wir auf einer Führung nicht nur einiges über die Straußenzucht erfahren haben, sondern auch Strauße streicheln und füttern durften. Das Highlight war dann als der Züchter gefragt hat, ob sich eine tapfere Lady traut auf einem Strauss zu reiten, da konnte ich natürlich nicht nein sagen und es war echt toll! Die haben eine Kraft und rasen davon, das glaubt man nicht!
Nach diesem tollen Erlebnis haben wir nachmittags noch eine Wild Life Ranch besucht, wo wir einiges über die Zucht von Krokodilen gelernt haben, durch die Aufzucht geführt wurden, und die Krokodile so wie Alligatoren bewundern durften.
Mich hat aber das Cheetahland mehr interessiert. Hier gab es nämlich 2 kleine weiße Tieger, die waren so knuffig! Außerdem zahme Geparden, die man streicheln konnte, junge Geparden, Pumas, Leoparden, Löwen und Tiger.
Nach diesem wieder sehr anstrengenden, aber dafür auch sehr erlebnisreichen und informativen Tag hatten wir noch eine lange Fahrt vor uns. Bis zum Sonnenuntergang wollten wir in Kap Alguhas sein, dem südlichsten Punkt Afrikas. Und wir wurden belohnt mit einem tollen Sonnenuntergang und einem wunderschönen Abend an dem Punkt an dem der indische Ozean mit dem warmen Wasser von Osten mit dem Atlantik und dessen eiskaltem Wasser zusammenfließt, einfach beeindruckend! So saßen wir dann am südlichsten Punkt Afrikas, haben den herrlichen Sternenhimmel bewundert und einfach nur genossen, dass wir hier sein durften.
Spät abends kamen wir dann in Hermanus an, haben noch gekocht und sind ins Bett gefallen um fit für den nächsten Tag zu sein.
In diesem Backpacker in Hermanus gab es morgens sogar Frühstück, daher konnten wir frisch gestärkt aufbrechen zum Whale watching. Hermanus ist nämlich der weltweit beste Platz um Wale vom Land aus zu beobachten! Und tatsächlich wir hatten Glück. Direkt vor der Küste tummelten sich 12 Wale, die man sogar ohne Fernglas beobachten konnte. Einfach Wahnsinn, ich hätte nicht gedacht, dass wir so viel Glück haben! Aber jetzt ist auch die optimale Zeit.
Außerdem fand genau an diesem Wochenende das große Whale Festival statt, wo wir noch den Vormittag verbracht haben.
Danach ging es weiter in Richtung Kapstadt. Immer an der Küste entlang, ich habe noch nie so eine schöne Sicht gehabt, immer entlang am – ungelogen – türkisblauen klaren Meer! Es war ein Traum und immer wieder habe ich mir überlegt womit ich es verdient habe so viel schönes zu sehen, denn es ist einfach nur der helle Wahnsinn, mir fehlen die Worte!
Und so ging es an der False Bay entlang immer in Richtung Cape Point. Um zum Kap zu gelangen muss man ein Natural Reserve durchqueren, wieder eine wunderschöne Strecke, vorbei an Affen und Straussen, die vor dem Auto über die Strasse laufen, bis zum Cape Point. Hier gilt es dann noch einen Leuchtturm zu erklimmen, bevor man endlich am Kap steht und vom Wind beinahe weggeweht wird. Aber es ist einfach einmalig! Und vor allem die Aussicht ist einfach ein Traum!
Ein Muss ist natürlich auch das “Kap der guten Hoffnung”, das etwas unterhalb von Cape Point liegt, aber auch hier ist es einfach traumschön, das türkisblaue Wasser bricht sich an den Felsen, die Gischt spritzt und ich kann mal wieder nicht glauben, dass ich hier sein darf!
Ganz genauso darf auch ein Besuch bei den Pinguinen in Simonstown nicht fehlen.
Nur 100m weiter erwartet uns ein wunderbarer Sandstrand, mit herrlichstem weißem Sand, hier könnte man ebenfalls wieder eine Ewigkeit verbringen!
Aber unser Weg führt uns weiter über Hout Bay und Camps Bay an der Westküste entlang Richtung Norden, nämlich nach Kapstadt. Wir haben genau die richtige Route gewählt, erst liegen rechts von uns die 12 Apostel, nach denen fahren wir über eine Kuppe, links von uns “Lions Head”, rechts von uns der beeindruckende “Table Mountain” und plötzlich liegt Kapstadt vor uns.
Langsam begreife ich warum die Afrikaner immer so ehrfürchtig von “Cape Town” reden. Mir fehlen die Worte zu beschreiben was vor uns lag. Eine Stadt, umgeben von Bergen, angeschmiegt an das wunderschönste Meer das man sich vorstellen kann. Schon von weitem sind der Hafen und die unzähligen Schiffe zu sehen, ich frage mich wirklich ob ich träume. Aber nein, zum Glück ist es die Wahrheit und ich befinde mich wirklich endlich in Kapstadt. Unser Backpacker “Ashanti” liegt direkt am Fuße des Tafelberges und somit etwas oberhalb der Stadt, es ist beinahe ein Hotel, mit riesigem Garten, Palmen, Pool, einer Terrasse und Balkons, die einen perfekten Blick auf die Stadt bieten, daneben wären noch die Duschen zu erwähnen, die mit herrlichen Mosaiken gefliest sind und die WC’s, deren riesige Fenster in Richtung Tafelberg zeigen und die – man glaubt es nicht! – sogar mit Ferngläsern ausgestattet sind! Nach dem Einchecken hält uns aber dennoch nichts mehr davon ab die Stadt zu erkunden. Wir fahren einmal an der Waterfront entlang, danach durch die Stadt, wo wir zum Einkaufen etwas herumbummeln. Dieses muntere Treiben erinnert an eine gewöhnliche Großstadt, als wir jedoch wieder von unserem Backpacker aus die Stadt und die Lage am Meer von oben sehen, wird uns wieder bewusst, wie besonders Kapstadt ist!
Nach einem leckeren Abendessen auf der Terrasse am Pool, machen wir uns auf an die V&A Waterfront. Hier verbringen wir einen wunderschönen Abend, den wir noch auf dem Balkon in gemütlichen Sesseln mit einem wundervollen Blick auf all die Lichter der Stadt ausklingen lassen.
Nach einem schönen Frühstück am Pool, den ich leider nicht nutzen konnte, brechen wir auf zu einem weiteren Stadtbummel.
Diesmal fahren wir direkt zur Waterfront, laufen am Hafen entlang und erklimmen den legendären Clocktower. Danach genießen wir einfach, dass wir hier sein dürfen und trinken eine heiße Schokolade in einem gemütlichen Café direkt am Wasser.
Mittags machen wir uns auf, am Castle und Observatorium vorbei, zu unserem neuen Backpacker etwas außerhalb der Stadt, der Riverlodge.
Nachmittags fahren wir nach Stellenbosch, wo wir, nachdem wir uns etwas das schöne alte Universitätsstädtchen angesehen haben, aufbrechen zur Weintour. Die Weinroute führt an unzähligen Weingütern vorbei, es ist aber beinahe unmöglich überall Weinproben zu machen, man muss sich wirklich entscheiden. Wir waren auf einem sehr schönen alten Weingut, die Atmosphäre war einfach toll. Wir haben uns lange mit dem Besitzer unterhalten, auch über deutsche Weine, das war sehr interessant.
Zum Abendessen waren wir wieder in unserem gemütlichen Backpacker, von wo aus wir abends aber noch mal nach Kapstadt gefahren sind. Diesmal ging es in die Long Street, eine Strasse mit den meisten Kneipen und Bars wo man sehr schön weggehen kann. Uns hat es ins Kennedy’s verschlagen, wo man in wunderschönen alten Sesseln und Sofas sitzen konnte, also richtig gemütlich, man kam sich wirklich beinahe vor wie im Wohnzimmer von Kennedy. An den Wänden wunderschöne Bilder und später sogar Jazz-Live-Musik. War echt toll!
An diesem Morgen wollte ich gar nicht aufwachen, da es der letzte Tag in Kapstadt sein sollte. Aber umso mehr galt es auch diesen Tag zu genießen!
Den Vormittag haben wir wieder mit einem Bummel an der Waterfront verbracht, zum Abschied hatten wir dann natürlich auch noch mal tolles Wetter, blauer Himmel und Sonnenschein, daher haben wir uns auf den Weg zum “Lions Head” und nach “Signal Hill” gemacht, von wo aus man einen einmaligen Blick auf die ganze Stadt und den Hafen hat.
Vor allem kann man von hieraus Robben Island sehen, wo Nelson Mandela lange Zeit eingesperrt war. Wir wären gerne mit der Fähre rüber gefahren, aber leider waren alle Tickets ausverkauft, also musste der Blick hinüber genügen. Danach sind wir noch durch den “Company’s Garden” geschlendert, haben die herrlichen Blumen bewundert und den Sonnenschein genossen.
Mittags haben wir wieder an der Waterfront im Sonnenschein gemütlich gegessen, bei Life Musik und afrikanischen Tänzen Eis gegessen und sind nachmittags zum Abschluss noch zum Tafelberg aufgebrochen. Der Blick war einfach herrlich, man konnte die ganze Bucht einsehen, den Hafen, Lions Head, Signal Hill,…
Zum Abschied ging es noch einmal an die Waterfront, bevor wir dann abends doch zum Flughafen aufbrechen mussten.