Mexiko City

Das Mexiko Abenteuer begann in den frühen Morgenstunden des 1.Weihnachtsfeiertages. Um 5 Uhr morgens ging es los zum Flughafen. Beim Check-In gab es bereits erste Probleme wegen unseres Gaskochers, den wir für die Bergtour dabei hatten. Also hieß es Rucksack noch mal auspacken, ein Riesenspaß, wenn man morgens früh am Flughafen noch mal umpacken darf Nach dem 2. Frühstück ging dann auch alles glatt und wir saßen endlich im Flugzeug nach Mexiko, der Pilot kündigte 20°C an, juhu, Sommer wir kommen!

In Mexiko City angekommen ging es dann weiter, Spannung bei der Zollkontrolle: jeder Passagier musste an einer Art Ampel ein Knöpfchen drücken, das per Zufallsgenerator die Ampelschaltung auslöste. Rot hieß Kontrolle, also alles auspacken, und grün hieß, Glück gehabt und das war auch bei uns der Fall. Als nächstes erwartete uns die Ankunftshalle, in der die Hotels die erwarteten Personen auf Schildern ausschrieben. Wir haben uns also durch den Empfangstrubel gekämpft und eine Taxistand gesucht. Es wird empfohlen abends nicht mit viel Gepäck Metro zu fahren, also haben wir versucht eines der Taxis zu bekommen, die als sicher gelten. Hier ist es möglich bereits im Vorhinein eine Art Ticket zu kaufen, für das der Fahrer einen dann an den vorher festgelegten Ort fährt. Das hat den Vorteil, dass man nicht über´s Ohr gehauen werden kann. Bereits die Fahrt war ein Abenteuer, unser Fahrer kannte keinen Blinker, aber dafür umso besser seine Hupe! Außerdem ging es durch Gegenden in denen ich nicht alleine unterwegs sein wollte… Als wir dann aber endlich am hell erleuchteten Zòcalo im Weihnachtstrubel ankamen und den Portier von der Richtigkeit unserer online Buchung überzeugt hatten, konnten wir von der Dachterrasse den wunderschönen Blick über MC genießen. Digital Camera

Morgens erst mal Duschtest, ich hatte Schlimmeres erwartet, aber nachdem mich unser sauberes und schönes Hostel bereits mit toller Küche und bequemen Betten überrascht hatte, trug auch die Dusche zu diesem Bild bei, bis plötzlich nur noch kochend heißes Wasser kam… Dafür war das Frühstück wieder toll, ein riesiges Buffet, das wir Dank des tollen Wetters im Innenhof mit Straßencafe-Charakter direkt am Zòcalo genossen haben.

Nach dem Frühstück ging es dann auf Erkundungstour. Der Zòcalo bei Tag war mindestens so beeindruckend wie bereits hell erleuchtet in der Nacht. Wir waren sehr früh dran, da wir ja direkt im „Centro Historico“ gewohnt haben und konnten daher beobachten wie die Stadt zum Leben erwachte. Bereits morgens war es super warm und die Händler begannen ihre Stände aufzubauen, es herrschte bald munteres Treiben. Digital Camera Wir haben zuerst die wunderschöne Kathedrale (die größte Lateinamerikas) besichtigt, danach die Ruinen des „Templo Mayor“, Digital Camera wobei es sich um die Überreste der Aztekenhauptstadt „Tenochtitlan“ handelt und schließlich den direkt am Zòcalo gelegenen „Palacio Nacional“ mit seinen wunderschönen Fresken. Digital Camera Von hier aus sind wir durch eine überfüllte Einkaufsstaße zum „Parque de Alameda“ gelaufen, eine wunderschöne Grünanlage, in der berittene Polizei nach dem Rechten sieht. Von dort aus ging es dann durch die „Zona Rosa“ (eine Art Nobelviertel, von dem man allerdings nicht viel erkennen konnte) weiter in den „Parque Chapultepec“ mit dem „Castillo de Chapultepec“ in dem heute das historische Museum untergebracht ist. In diesem Park kam man sich vor wie auf dem Jahrmarkt, überall Süßigkeitenverkäufer, die lautstark ihre Waren anpriesen. Das Highlight des Nachmittages war dann definitiv das „Museo Antropologia“. Digital Camera Das ist ein wunderschönes, informatives Museum, das in Innen- und Außenanlagen die Geschichte Mexikos an Hand von Überresten der Gebäude und weiteren Fundstücken, sowie an Hand der Menschen und ihrer Sitten und Bräuche, darstellt. Jeder Saal ist einer bestimmten Region bzw. Kultur Mexikos gewidmet, so erhält man einen umfassenden Überblick. Digital Camera Auf dem Rückweg ging es dann noch einmal durch die Stadt, bevor wir den Abend gemütlich auf der Dachterrasse haben ausklingen lassen.

Morgens haben wir uns nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg nach „Teotihuacan“ (Heimat der Götter) gemacht. Digital Camera Zuerst per Metro zu einem riesigen Busbahnhof, der an einen Flughafen erinnerte und von da weiter im Bus. Teotihuacan war das bedeutendste Kulturzentrum und die größte Stadt Amerikas. Man weiß relativ wenig über diese Stadt, sicher ist nur, dass es sich um eine Gesellschaft auf höchster Entwicklungsstufe handelte. Als die Azteken um 1250 im Hochtal von Mexiko ankamen, war die um 100 v. Chr. gegründete Pyramidenstadt schon mind. 500 Jahre verlassen. Die Azteken hielten die gigantischen Bauten für eine Hinterlassenschaft übernatürlicher Wesen und erhoben die Stadt zu einer Kultstätte. Die beiden monumentalen Pyramiden benannten sie nach Sonne und Mond, denn nach ihrer Vorstellung hatten sich hier 2 Götter durch Selbstopfer in Himmelskörper verwandelt. Die gesamte Anlage ist überwältigend, aber auch von Touristen überlaufen. Überall Händler, die einem heute besonders günstig „muy barato“ ihre Waren andrehen wollen. Aber für all den Trubel belohnt einen der Blick von den Pyramiden, ein Traum! Digital Camera Aber die Hitze macht das Erklimmen nicht gerade einfach… Auf dem Rückweg ein Schock nach dem anderen: zuerst hält der Bus an und die Polizei durchsucht alle Passagiere nach Waffen. An der nächsten Zollstation wieder Stopp, diesmal versperrt ein Helikopter den Weg, wahrscheinlich ein Unfall. Dann alle paar km Polizeikontrollen, an denen Autos aus dem Verkehr gezogen und durchsucht werden. Es geht vorbei an Slums, die jedoch im Vergleich zu Afrika wenigstens aus mehrstöckigen und aus Stein gebauten Häusern bestehen. Auch die Grünpflanzen, Kakteen und bunten Farben der Häuser tragen zu einem eher positiven Bild bei. In der Stadt angekommen geht es weiter zur „Basilica de Nuestra Senora Guadelupe“, der bedeutendsten Wallfahrtskirche des Landes. Digital Camera Nach der Legende erschien dem indianischen Schafhirten Juan Diego auf einem Hügel mehrmals die Jungfrau Maria. Sie wurde vom Papst als „Patrona principal“ von Mexiko anerkannt und gilt als ein Symbol des Widerstandes, als Königin von Mexiko und Beschützerin des kleinen Mannes. Sie ist das Symbol der Ermutigung und Hoffnung und personifizierte Glücks- und Integrationsfigur aller Bevölkerungsgruppen. Die alte Basilika ist schiefer als der schiefe Turm von Pisa, daher wurde auch das Bildnis der Jungfrau in die neue Basilika ausgelagert, das man nun besichtigen kann, indem man auf einem Rollband daran vorbeifährt (sehr gewöhnungsbedürftig!). Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick über die ganze Stadt, den wir beim Sonnenuntergang genossen haben. Digital Camera Abends haben wir mit ein paar Mitbewohnern gekocht und gemütlich auf der Dachterrasse zusammen gesessen, Erfahrungen ausgetauscht und Pläne geschmiedet. Das schöne ist, egal woher die Leute kommen, auf englisch kann man sich doch wieder toll verständigen.

Der Tag begann bereits außergewöhnlich: unser Zimmergenosse ein Ami mit Dreadlocks, der entweder Gitarre spielend und singend oder meditierend anzutreffen war und gewöhnlich ewig schlief, stand unerwartet früh auf. Als wir nach dem Frühstück zum Zòcalo loszogen erfuhren wir auch warum. Es fand ein großer Marathon statt, an dem er wohl teilgenommen hatte. Die ganze Stadt war auf den Beinen!

Wir sind aber weiter zur Universitätsstadt gefahren. Die Unistadt von Mexiko City mit der UNAM (Universidad Nacional Autonoma de Mexico) ist mit über 400.000 Studierenden die größte der Welt. Von der U-Bahn-Station wussten wir auch prompt nicht weiter, da auf dem Riesengelände nichts richtig ausgeschildert war. Unser einziger Anhaltspunkt war das Olympiastadion, das in der Nähe der berühmten Bibliothek liegen sollte. Da wir nicht weiter wussten wagten wir uns zum ersten Mal in ein Sammeltaxi, ein so genanntes „Collectivo“. Der Fahrer hat uns prompt falsch verstanden und zum olympischen Dorf gebracht, was einen ewig langen Fußmarsch zur Folge hatte. Nach diesem, einiger Sucherei und der Hilfe eines netten Parkplatzwächters (der zwar kein Englisch konnte, uns aber mit Händen und Füßen den Weg erklärte) und eines Joggers dennoch letztendlich das Olympiastadion und die „Bibliotheca Central“ deren Außenfassade komplett mit einem herrlichen Bildmosaik verblendet ist, gefunden. Digital Camera Von hier aus ging´s dann, weil die Fahrt im Collectivo so viel Spaß gemacht hat (die kleinen Klapperbusse erinnern sehr an die „Black Taxis“ in Afrika, in denen man ja besser nicht fahren sollte, wohingegen die Collectivos sicher sind und auch – zumindest meistens – wie richtige Busse eine Tafel mit dem Endziel haben, der Vorteil ist, dass man sie überall anhalten kann und nicht extra eine Haltestelle suchen muss) in einem dieser weiß-grünen an Polizeibusse erinnernden Klappergestelle weiter in den angeblich „schönsten Stadtteil Mexiko City´s“ San Angel. Und tatsächlich habe wir einen wunderschönen Stadtteil vorgefunden mit Kolonialhäusern, die aber meistens hinter hohen Mauern verborgen die Oberschicht beherbergen, was man auch an Geschäften wie Boss, Cartier, Armani,… merkt, es gibt gepflasterte Strassen, große Bäume, wunderschöne Künstlermärkte und bunte Blumenhecken. Alles wirkt viel bunter, heller, freundlicher und vor allem sauberer als in der Innenstadt. Der „Plaza San Jacinto“ ist mit seinen Restaurants und netten Cafes das Herz von San Angel. Digital Camera Von hier gelangt man zum „Museo Casa Estudio Diego Rivera Y Frieda Kahlo“. Wir hatten Glück und es fand gerade eine Sonderausstellung statt, in der Frieda Kahlo dazu „einlud“, das in 2 Kuben im Bauhausstil entworfene Studiohaus, das dem Künstlerpaar als Atelier und Wohnhaus (1934-40) diente, zu besichtigen. Zu sehen sind Gemälde von Rivera, Fotos der beiden, Pappmache-Figuren, Malutensilien und persönliche Gegenstände. Am seltsamsten wirken die Skelette und Gemälde vom Fenstersturz in F. Kahlo´s Schlafzimmer. Digital Camera

Von San Angel sind wir dann wieder im Collectivo weitergefahren – und wieder haben wir eine nette Bekanntschaft gemacht, wir wurden von einer netten Mexikanerin angesprochen, ob wir aus Finnland kämen…

Am späten Nachmittag haben wir uns von Coyoacan noch nach „Xochimilko“ aufgemacht. Dieser Ort ist ein Wort aus der Aztekensprache und bedeutet „wo die Blumen wachsen“. Xochimilko ist der Rest des einst großen Texcoco Sees und die Kanäle, in denen wir in einer der unzähligen kunterbunten Barken geschippert wurden, sind letzte Überbleibsel der einstigen Wasserkultur Tenochtitlans und erinnern sehr an ein ländliches Venedig. Digital Camera Von hier ging es dann nach einem wunderschönen Sonnenuntergang und einer Bootstour auf den überfüllten Kanälen zurück. Und mal wieder gab es ein gemütliches Abendessen auf der Dachterrasse oberhalb des Zòcalo.

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