Um 5 Uhr morgens waren wir bereit zur Abfahrt am Jeep…nur unserer Fahrer fehlte mal wieder. Mit Pünktlichkeit hatte er es nicht so wirklich. Da außerdem unser Jeep zugeparkt war, haben wir noch einen Yakbuttertee geschlürft.
Die Kommunikation mit dem Fahrer war eh recht schwierig. Von dem versprochenen “a little English and excellent Chinese” hat man nicht viel gemerkt.
Unser Auto hat auch so zweimal schlapp gemacht. Dann musste unser Fahrer immer den Kraftstofffilter säubern. Ich möchte echt gern mal wissen mit was für einem Zeug der gefahren ist.
Dann hatte es den nächsten mit einer Mischung aus Durchfall und Höhenkrankheit erwischt. Schlafen war im Jeep unmöglich auf den “Straßen”.
Endlich in Rongphu angekommen haben wir uns Zimmer in einem Kloster gemietet und sind in Richtung Everest Base Camp aufgebrochen.
Oben auf 5.220 m angekommen haben wir entschlossen doch im Base Camp in einem der Zelte zu übernachten.
Im Zelt war es super interessant. Wir wurden Zeugen von Klamottenverkauf unter den Tibetern, es wurde gestrickt, Yakbuttertee gemacht, Yakmist verfeuert, Nägel mit halben Heckenscheren geschnitten und wir haben noch den kleinen Hügel neben dem Basecamp bestiegen…
leider durfte man nicht ohne Führer hinter dem Camp weiter. Hierfür musste man eine Expedition anmelden oder mit 200 $ Strafe rechnen.
Timo und Anna ging es leider gar nicht gut… daher mussten wir für die beiden einen Pferdekarren organisieren, um sie aus der Höhe wieder hinunterzubringen und unten am Kloster zu übernachten.
Unser Jeepfahrer war nicht zu erreichen und Anrufe auf sein Handy wurden von irgendwelchen Leuten angenommen, die es total lustig fanden mit einem Deutschen zu sprechen. Zum Glück konnten wir uns auch so helfen und die beiden kamen heil im Kloster an.
Thorsten, mein Cousin Tim und ich sind aber für die Nacht oben geblieben. Ich habe abends noch gemeinsam mit den Töchtern unseres Gastgebers gekocht
und wir haben einen gemütlichen abend gehabt, bis es dann doch sehr sehr kalt wurde… Mit der Hoffnung auf eine bessere Wetterlage am nächsten Morgen sind wir dann unter zwei Decken eingemummelt eingeschlafen.
Am nächsten Morgen die Nasenspitze aus dem Zelt gesteckt: Ups, da hat es ein wenig geschneit. Ich habe also im Zelt versucht mit Hilfe von getrocknetem Yakmist Feuerchen zu machen, was mir aber nur durch Mithilfe gelang.
Nach leckerem Frühstück sind wir durch den Schnee die acht Kilometer wieder hinunter zum Monastery gelaufen.
Dann mussten wir den langen Weg zurück nach Shigatse fahren. Der Fahrer hat ordentlich Gas gegeben und da er es die komplette Tour nicht für nötig gehalten hat auf 4-Wheel-Drive zu schalten, sind wir auf den verschneiten Wegen ordentlich rumgeschlittert.
Unsere Fahrt führte durch die wohl bezaubernste Landschaft, die man sich vorstellen kann:
Ausserdem wurden wir Zeugen vom fleissigen Strassenbau in Tibet, der unter unvorstellbaren Bedingungen stattfindet:
Zwischendurch war ein Grenzposten geschlossen. Keiner wusste warum, aber der Beamte wollte keinen mehr durchlassen.
Also sind wir einen Umweg durch ein Dorf gefahren, wo uns nach wenigen Metern ein Bauernmob den Weg versperrte.
Da haben wir schon gedacht jetzt wird es ruppig. Nach aggressivem Gehabe und Diskutiererei haben die aufgebrachten, tibetischen Bauern uns aber für 10 Yuan fahren lassen. Danach mussten wir nur noch durch zwei kleine Seen hindurchfahren
und schwups schon waren wir 200m hinter dem Grenzposten wieder auf der Straße und hatten uns die 20km längere und unbefestigte Umgehungsstraße gespart. Vorbei ging es an umgekippten Postlastern
immer weiter durch eine leere, ausgestorbene Gegend…abends haben wir bei einer kurzen Pause den wahnsinnigsten Sternenhimmel gesehen den man sich vorstellen kann. So viele Sterne und einen so klaren Himmel habe ich noch nie erlebt.
Um 12 Uhr nachts sind wir endlich angekommen, aber alle preiswerten Hotels waren ausgebucht. Das war eine Odyssee, wir wollten nur ein Dach über dem Kopf und schlafen…dafür mussten wir schließlich ein etwas teureres Hotel in Kauf nehmen…