Man hat den Escorial das „Achte Weltwunder“ genannt, oder ein „Bollwerk des Glaubens“ und das „seltsamste und denkwuerdigste Bauwerk der europaeischen Geschichte“ genannt. Warscheinlich hat er von allem ein bisschen. Sicher ist, dass Felipe II sich und dem spanischen Imperium ein gigantisches Denkmal gesetzt hat.
Die Ausmasse dieses Gebaeudes, das gleichzeitig Kirche, Mausoleum, koenigliche Sommerresidenz, Bibliothek, Palast und Museum vereint, sind aber auch wirklich einfach unglaublich: die laengste Fassade misst ueber 200m! Insgesamt gibt es 86 Treppen, 1.200 Tueren, 2.600 Fenster und 16 Innenhoefe. Auch in den Kosten spiegelt sich dieser Gigantismus wieder, der ueber 5 Mio. Golddukaten verschlang. Man kann sich die Summe besser veranschaulichen, wenn man sie mit den Jahresgehaeltern der verantwortlichen Stararchitekten vergleicht, die 100 Golddukaten fuer ihr Schaffen bekamen.
Nach all diesen Vorankuendigungen war ich schon sehr gespannt, was uns nun wirklich erwarten wuerde.
In El Escorial angekommen wurde mir erklaert, dass der eigentliche Ort “San Lorenzo de El Escorial” heist. Jede Stadt hat naemlich ihre Schutzheiligen, in diesem Fall San Lorenzo. Der Zug haelt in dem neueren Teil der Stadt, man kann dann entweder zu Fuss die Anhoehe erklimmen, auf der das Monasterio liegt, oder den Bus nehmen.
Oben angekommen, haben wir erstmal das riesige, imposante Bauwerk bestaunt und die herrliche Landschaft, die Berge der “Sierra Guadarrama” – in denen man wohl auch ganz herrliche Wanderungen unternehmen kann, solange kein Schnee liegt sogar ganz ungefaehrlich – bewundert.
Wir haben das beeindruckende Bauwerk erstmal von aussen auf uns wirken lassen. Danach stand eine Besichtigung von El Escorial an, es ist wirklich imposant, was hier erbaut wurde.
Es ging durch das “Architekturmuseum”, in dem alte Plaene und Werkzeuge zu sehen sind, durch die “Pinakothek”, durch die Gemaecher des Koenigs, in den Schlachtensaal, wo in einem Saal ganze Waende den Schlachten die der Koenig gefuehrt hat gewidmet sind mit riesigen, sehr beeindruckenden Malereien.
Das aber wohl mit imposanteste sind die Grabkammern in den Kellergewoelben, das “Pantheon der Koenige”. Hier sind alle Koenige, Koeniginnen, Prinzen und Prinzessinen begraben. Ein mulmiges Gefuehl, aber ueberwaeltigend!!!
Neben den Kapitelsaelen gab es noch die “Basilika” und die “Bibliothek” zu besichtigen. Alles so beeindruckend! El Escorial birgt wirklich eine Menge wunderbarer Raeume und Schaetze, dass man fast gar nicht alles an einem Tag aufnehmen und wuerdigen kann!
Im Anschluss haben wir uns aufgemacht in das kleine herrliche alte Staedtchen “San Lorenzo”, sind durch die Gassen gebummelt, haben die Kirchen und alten Gebaeude bewundert.