Was Weihnachten und Silvester in Spanien angeht gibt es zwei Besonderheiten:
Zum einen wird Weihnachten so wie wir es kennen erst am 6. Januar gefeiert.
Zum anderen gibt es einen schönen Brauch zu Silvester:
Es werden genau um Mitternacht zu den 12 Gongschlägen der Uhr an der Plaza de Sol 12 Glücksweintrauben (“Uvas de suerte” – die es auch eingelegt in Dosen zu kaufen gibt!) gegessen.
“Ano Nuevo“, der offizielle Feiertag Neujahr, beginnt in Madrid mit den zwoelf Gongschlaegen des Uhrweks auf der “Puerta de Sol”. Das erste spanische Fernsehen sendet sie in die Wohnzimmer des Landes. Pro Gongschlag isst man je eine der legendaeren zwoelf Traubenbeeren. Wer sie bis zum zwoelften Schlag herunterbekommt, so sagt man, hat Glueck im kommenden Jahr.
Die meisten Strassen der Stadt sind gegen Mitternacht wie ausgestorben, nur an der Puerta de Sol ist immer die Hoelle los! Sektkorken fliegen und man kann das Feuerwerk beobachten und frohlich feiern. Das tun die meisten Spanier allerdings dennoch im Kreise der Familie und schwaermen erst danach aus, das neue Jahr mit feiern bis zum Morgengrauen zu beginnen.
Morgens treffen sich dann noch viele zu “Churros con Chocolate”, einem in Fett ausgebackenen Spritzgebaeck mit heisser Schokolade zum tunken, was dann nach einer durchzechten Nacht wieder neue Lebensgeister weckt!
Las Mudanzas de los Reyes
Zur Einstimmung auf das in Spanien erst am Heilig 3-Koenigstag gefeierte Weihnachten, findet jedes Jahr am 5. Januar der grosse Umzug der heiligen drei Koenige statt.
Dieser Umzug ist fuer gross und klein ein Riesen Event und das wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen!
Als wir jedoch an der “Plaza de Colón” ankamen, wo der Umzug vorbeifuehren sollte, waren schon riesige Menschenmengen versammelt. Einige hatten sogar Leitern mitgebracht, damit die Kinder besser sehen konnten.
Es war wirklich herrlich zu sehen, wie die Eltern mit ihren Kindern mitfieberten und diese ja irgendwie bei Laune halten mussten.
Der Beginn des Umzuges wurde auf einer grossen Leinwand uebertragen und dann ging es auch bei uns endlich richtig los!
Die Vorhut bildeten Akrobaten, die mit ihren Waegen eine Vorfuehrung boten, was ein schoener Anblick war – wenn man denn zwischen den Menschenmassen durchschauen konnte, was fuer Matthias weniger ein Problem darstellte als fuer mich – da es bereits dunkel war und hier viele Fackeln und Lichter eingesetzt waren.
Zwischendurch gab es noch eine Vorfuehrung direkt an der “Plaza de Colon” mit schwebenden, von einem Kran getragenen Taenzerinnen, die eine Art Luftballett vorgefuehrt haben, ein wunderschoener Anblick!
Und dann kamen die Waegen, kein grosses Unternehmen durfte hier fehlen, jeder hat versucht den anderen mit Farben, Lichtern und Musik zu toppen und natuerlich – was ja auch bei den Kindern immer am besten im Gedaechtnis bleibt – mit dem Werfen von Bonbons!
Es waren wirklich alle vertreten, von “Telefonica” und “MoviStar”, ueber den Basketballverein, natuerlich die grosse Kaufhauskette “Cortes Ingles” und viele andere.
Den Abschluss bildeten dann die drei Waegen mit den heiligen 3 Koenigen, auch sehr farbenpraechtig und prunkvoll gestaltet!
Alles in allem ein wirklich irres Ereignis und als es endlich soweit war, waren auch die meisten Eltern nicht mehr zu halten!
Los Reyes
Dass Weihnachten hier in Spanien anders ist, habe ich ja bereits erfahren. Die Spanier haben keinen Weihnachtsmarkt wie wir es gewohnt sind, sondern hier erinnert das Ganze eher an ein buntes Faschingstreiben.
Auch die Geschenke werden nicht wie bei uns am 24. Dezember ueberreicht, sondern in Spanien ist der grosse Tag fuer die Kinder der 6. Januar. Wobei viele Familien auch bereits am 24. Dezember die Geschenke verteilen ist es dennoch ueblich, Weihnachten wie wir es kennen erst am Tag der “Heiligen drei Koenige” zu feiern.
Besonders wichtig ist auch an diesem Tag der “Roscón de Reyes” – ein Kranzkuchen aus Hefeteig. Ich wollte dann auch mal so ein Roscón ausprobieren, was aber gar nicht so einfach war, da doch tatsaechlich – obwohl es wirklich Unmengen von diesen Roscones in allen Größen in den Baeckereien und Supermaerkten gab! – am 5. Januar endlose Schlangen vor den Baeckereien standen und alle Roscones ausverkauft waren!