Plaza de Espana
Der heutige Madrid Spaziergang im Fruehling begann in der “Gran Vía”. Auch heute schien die Sonne und der Himmel war blitzeblau.
Die “Gran Vía” fuehrt zur “Plaza de Espana”, diese ist zum einen ein Verkehrsknoten zum anderen aber auch beliebter Treffpunkt der Madrilenen. Das unter Franco entstandene “Edificio Espana” praegt das Bild der Plaza. Dieser 26 Stockwerke hohe Betonbau entstand zwiscen 1947 und 1953 als Spanien unter Rohstoffknappheit litt, da von der restlichen Welt isoliert. Er wurde als Triumph der “Autarkie” gefeiert. Zwei 17 Stockwerke hohe Gebaeude flankieren den imposanten Hauptturm.
Ebenfalls direkt an diesem Platz wurde die 33-stoeckige “Torre de Madrid” gebaut. Die “Giraffe”, wie das Gebauede im Volksmund genannt wird, wurde 1957 fertiggestellt und war kurzzeitig der hoechste Betonbau der Welt.
Ein Obelisk und ein “Cervantes-Denkmal” bilden jedoch das wohl reizvollste des Platzes: Don Quijote reitet hoch zu Ross in die weite Welt und wird von Sancho Pansa auf dem Esel begleitet.
Nahe der “Plaza de Espana” liegt das “Museo Cerralbo”. Das Museum, ein herrschaftlicher Bau des 19. Jahrhunderts, erinnert an den 17. Marquis de Cerralbo, der seine Privatsammlung dem Staat vermachte. Leider konnte ich die Exponate, die von Tonwaren und Gemaelden (u.a. auch Goyas) bis zu einem praechtigen Spiegelsaal reichen, nicht besichtigen, da das Museum momentan wegen Umbauarbeiten geschlossen ist.
Templo de Debod im Parque de Oeste
Unweit von der “Plaza de Espana” erstreckt sich der, neben “Casa de Campo” und “Retiro”, schoenste und groesste Park Madrids: “Parque de Oeste” – dieser Westpark erstreckt sich von der Anhoehe Principe Pío bis nach “Moncloa”.
In diesem Park steht auf einer Anhoehe der “Templo de Debod”. Beim Bau des Assua-Staudamms wurde dieser, aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammende, Tempel abgetragen. Er wurde Spanien von der aegyptischen Regierung zum Geschenk gemacht als Dank fuer die Hilfe Spaniens bei der Rettung historischer Denkmaeler vor dem Fluten des Assua-Staudamms.
Von hier hat man einen herrlichen Blick auf Madrid! Ausserdem befindet sich in diesem Park ein Rosengarten, der besonders im Sommer entzueckend sein muss und dann wird der Park auch zum Park der Paerchen, durch die nahe gelegene Universitaet und zahlreiche Studentenwohnheime aber auch zum Park der Studenten.
Am nordwestlichen Ende befinden sich der “Arco de la Victoria” und das “Museo de América”.
Der Triumpfbogen, der von einer Quadriga gekroent ist, wurde 1956 erbaut. Anlass war der Sieg der Nationalisten im spanischen Buergerkrieg. Mit seinen 39m ist er eines der hoechsten Siegestore Madrids.
Nahe gelegen ist der “Faro de Manola”, ein 92m hoher Beobachtungsturm, der wohl einen herrlichen Ausblick bietet, aber leider momentan ebenfalls geschlossen ist.
Das “Museo de América” jedenfalls ist sehr sehenswert! Es beherbergt eine Sammlung, die die Geschichte der spanischen Kolonisation Amerikas dokumentiert. Sehr interessant ist die Ausstellugn die die ersten Atlantikueberquerungen dokumentiert, sowie einer von nur drei erhaltenen rituellen Kalendern der Maya, der “Códice Tro-cortesiano”.
La Castellana – Azca
Die an der “Plaza de Colón” beginnende “La Castellana” ist mehr als nur eine Strasse. Sie durchzieht breit und dominant ganz Madrid in Richtung Norden. Sie endet noerdlich der “Plaza de Castilla” – die Dimensionen sind gewaltig. Mit 6 Fahrspuren, Mittel und Seitenstreifen ist sie bis zu 120m breit und misst 6 km!
Damit stellt sie sogar die Pariser “Champs-Elysées” mit nur 3 km in den Schatten und wird lediglich von der “Gorki-Strasse” in Moskau uebertroffen.
Der erste Abschnitt ab der “Plaza de Colón” stammt noch aus dem 19. Jahrhundert.
Ich habe mir heute den modernen Teil der “Castellana” angesehen: Von den neuen Ministerien “Nuevos Ministerios” fuehrt sie kerzengrade durch das “Azca-Viertel”, gesaeumt von Hochhaeusern mit in der Sonne glitzernden Fassaden.
Der “Torre de Picasso” stellt strahlend weiss die anderen Hochbauten in den Schatten. Die New Yorker haben fuer dieses “Tuermchen” wohl nur ein muedes Laecheln uebrig, aber fuer die Madrilenen wurde er zum Symbol der neuen Wirtschaftsmacht. Der Turm wurde von dem beruehmten Architekten – der auch die zerstoerten Tuerme des World Trade Centers in New York entworfen hat – Minoru Yamasaki.
Ein Stueck weiter erkennt man die Kongresshalle an der Aussenfassade, einer bunten Wandkeramik nach Vorlage des katalanischen Kuenstlers “Joan Miró”.
Gegenueber erstreckt sich das Fussballstadion des Vereins “Real Madrid”: “Santiago Bernabéu”.
An der “Plaza de Castilla” im Norden bilden zwei sich schraeg zueinander neigende Tuerme, die den Platz flankieren einen Schauplatz kostspieliger und futuristischer Architektur: die “Puerta de Europa” auch “Kío-Tuerme” genannt.
Museen rund um die “Plaza de Cibeles”
Eine der bekanntesten Sehenswuerdigkeiten Madrids ist die “Plaza de Cibeles”, hinzu kommt, dass sie auch eine der schoensten ist. Leider liegt eines der Highlights im Zentrum einer verkehrsreichen Insel an der sich der “Paseo de Prado” mit der “Calle Alcalá” kreuzt. Der “Fuente de Cibeles” ein monumentaler Brunnen steht mitten auf dieser Insel. Dieser Brunnen zeigt die griechische Goettin Kybele, die auf einem Wagen thront, der von zwei Loewen gezogen wird.
Noch eindrucksvoller als dieser Brunnen ist allerdings der “Palacio de Communicaciones”, der die spanische Post beheimatet.
Ein weiteres Gebaeude an der Plaza ist der “Palacio de Linares”, dem schraeg gegenueber der Renaissancebau der “Banco der Espana” liegt.
Ausserdem bietet sich von diesem Platz aus in Richtung Norden ein herrlicher Blick auf die “Puerta de Alcalá”, im Sueden auf die “Gran Vía” und nach Westen geht es in Richtung “Atocha” und der drei beruehmten Madrider Museen “Prado”, “Reína Sofia” und “Thyssen-Bornemisza”.
Dadurch dass dieser Platz so zentral liegt, bildet er den Schnittpunkt aller Nachtbusse, die verkehren wenn nach 1:30 Uhr keine Metro mehr faehrt.
Die “Puerta de Alcalá” ist ein Triumphbogen mit dem Carlos III den Osten Madrids aufwerten wollte. Dieses riesige Monument, ein klassizistischer Granitbau mit Giebelfeld und Engelsstatuen, hat drei innere und zwei aeussere Boegen. Hinter der Puerta beginnt auch bereits der “Retiro”.
Der “Palacio de Linares” war wohl die luxurioeseste Residenz, die Madrid je gesehen hatte. Einem Bankier wurde fuer seine finanzielle Unterstuetzung der Adelstitel “Marqués de Linares” verliehen. Daraufhin erbaute der frisch gebackene Aristokrat diesen Palacio dessen Raeume im herrlichen Rokkokodekor mit Gold, Holzeinlegearbeiten, Marmorboeden und sehenswerten Fresken glaenzen.
Heute ist in diesem Gebaeude die “Casa de América” untergebracht. Diese Organisation foerdert Kunst, Literatur und Kino aus Lateinamerika. Das bemerkt man auch schon beim Betreten des Gebaeudes wenn einem Salsa-Rhytmen entgegenklingen, von denen begleitet ich dann die aktuelle Ausstellung besichtigt habe: Kuehlschraenke in allen Farben, Formen und Variationen.
Der “Palacio de Communicaciones” wurde von der spanischen Post zur Zentrale auserkoren. Er wird wegen seiner weissen Fialen oft mit einer “Hochzeitstorte” vergleichen. In der fuer den Publikumsverkehr geoeffneten Haupthalle findet man die Kundenschalter und Schreibpulte. Ausserdem beherbergt das Gebaeude auch das “Museo Postal y Telegráfico” das aber leider wegen Umbauarbeiten geschlossen ist.
Von hier aus ging es dann weiter zum “Museo del Ejército”, das spanische Heeresmuseum, das in einem erhaltenen Trakt des “Real Sitio del Buen Retiro” untergebracht ist. Hier kann man sich “El Cids” Schwert “La Tizona” ansehen.
Weiter geht es ueber den “Plaza de Cánovas Castillo”, der von der “Fuente de Neptuno” gepraegt wird, ebenfalls einem wunderschoenen Brunnen in deren Mitte diesmal der Meeresgott auf seinem Wagen steht.
An diesem Platz befindet sich auch die “Bolsa de Comercio” (die Madrider Boerse), deren klassizistische Fassade und der Haupteingang mit seinen Riesensaeulen allein schon ein Drittel der 3 Millionen Peseten fuer den Bau verschlungen.
Ebenfalls an diesem Platz liegen die beiden grossen Hotels “Ritz” und “Palace”. Das “Ritz” gilt als Spaniens nobelstes Hotel und wurde aber im Buergerkrieg zum Lazarett umfunktioniert. Auch das “Palace” wurde im Buergerkrieg zum Hospital und Obdachlosenheim umfunktioniert.
Nicht weit entfernt befinden sich auch das “Museo Thyssen Bornemisza” und der “Prado”.
HUERTAS
Weiter geht es die “Calle Lope de Vega” hinauf ins Viertel “Huertas”. Hier sollte man die “Casa de Lope de Vega” besichtigen, wobei man wissen muss, dass sich diese gar nicht, was eigentlich naheliegend gewesen waere, in der “Calle Lope de Vega” befindet, sondern in der “Calle de Cervantes”. Das wird so erklaert, dass die Strasse zuerst nach “Franco” benannt war, dann nach dessen Sturz aber umbenannt werden sollte. Da neben “Lope de Vega” auch “Cervantes” in dieser Strasse lebte, bekam dieser den Vorrang und die Parallelstrasse wurde nach ersterem benannt.
“Felix Lope de Vega” war einer der fuehrenden Literaten des “Goldenen Zeitalters”. Er wohnt ein diesem Haus und schrieb hier einen Grossteil seiner Werke. Das Haus ist groesstenteils mit Originalmoebeln ausgestattet und bei der Fuehrung bekommt man einen guten Einblick in das kastilische Leben im 17. Jahrhundert. Im Herzen des Hauses liegt die Kapelle dessen Fenster sich – in Anlehnung an “El Escorial” zum Fenster des Schlafzimmers des Schriftstellers oeffnete. Der Garten ist wunderschoen bepflanzt und in einer Ecke steht sogar ein Orangenbaum.
In der “Calle de Cervantes” befindet sich auch eine Gedenktafel, die an den Geburtsort des beruehmten Dichters “Cervantes” erinnert.
Beim Durchstreifen des Viertels kommt man auch am “Ateneo de Madrid” vorbei. Dieser war nur einer von vielen Treffpunkten der “Tertulia”, einer Madrider Institution, die ine Gruppe gleichgesinnter bildete, die miteinander ueber Kunst und Kultur diskutierten. Das Treppenhaus alleine ist schon beeindruckend, holzgetaefelte Waende und Portraets bekannter Mitglieder erinnern an etwas was man sich unter einem britischen Herrenclub vorstellt. Das faszinierendsde ist aber die Bibliothek, mit meterhohen Waenden voller Buecher, die heute noch fleissig von den Madrilenen genutzt wird.
Das naechste eindrucksvolle Gebaeude ist der “Congreso de los Disputados”, der das spanische Parlament beherbergt. Die klassizistischen Saeulen wecken das Interesse des Betrachters, ebenso wie die den Eingang bewachenden Bronzeloewen.
Kurz vor der “Calle Alcalá” befindet sich noch der “Círculo de Bellas Artes”. Dieses auffaellige sechs-stoeckige Gebaeude ist der Sitz der Kulturstiftung. In dem neben einem Theater, einem Ballsaal und Ausstellungsflaechen um fassendem Komplex befinden sich zudem eine Bibliothek, Atelies und ein Kino.
Vom ebenfalls enthaltenen Café, dass wegen seiner grossen Fenster als “La Pecera” (“Goldfischglas”) tituliert wird, kann man dem regen Treiben auf der “Calle Alcalá” zusehen.
CHUECA
Weiter geht es ueber die “Calle Alcalá” in das beruehmt-beruechtigte Stadtviertel “CHUECA”. Beruehmt-beruechtigt sagt man deshalb, weil es als Hauptumschlagplatz in Sachen Drogen gilt und zudem noch das Transvestiten- und Schwulenviertel Madrids ist. Daher fuer viele Madrilenen Tabuzone.
Es liegt wie eine Insel zwischen “Paseo de Recoletos”, “Calle Alcalá” und “Gran Vía”. Um die “Plaza de Chueca” liegt eben dieses Chueca mit den vielen kleinen verwinkelten Gassen und den niedrigen, bescheidenen Haeusern. Die Drogen verflucht man hier, wie auch manch einem Anwohner die sich immer mehr ausbreitende Schwulenszene gar nicht gefaellt. Es gibt Buchlaeden fuer Schwule, sowie spezialisierte Sportstudios und Reisebueros.
Das andere Chueca liegt jenseits der “Calle Barquillo” in Richtung “Paseo de Recoletos”. Dieser Teil war frueher beliebter Wohnort des Adels und des Buergertums. In den 20-er Jahren wurde hier viel mit Antiquitaeten und Schmuck gehandelt.
Hier befindet sich auch die “Plaza del Rey” ein huebsches Plaetzchen, das zum Verweilen auf den gemuetlichen Sitzen in der Sonne einlaed.
An diesem Platz liegt die “Casa de las siete Chimeneas”, das “Haus der sieben Schornsteine”. Dieses Haus traegt sieben Schornsteine, wie der Name schon sagt, und eine Legende erzaehlt, dass sich Felipe II unsterblich in eine Bewohnerin des Hauses verliebte. Er schickte ihren Mann in den Krieg wo er starb und machte sie zu seiner Geliebten. Kurz daruf bekam sie ein Kind, doch Mutter und KInd starben auf mysterioese Weise. Seitdem kann man nachts angeblich eine Gestalt wie aus Rauch zwischen den Schornsteinen umherwandeln sehen…
Die angrenzende “Calle Barquillo” ist gepraegt von vielen kleinen Hifi-Laeden.
Aber besonders in den Strassen “Prim”, “Piamonte” und “Almirante” gibt es heute noch sehr noble Geschaefte und sie gelten als Zentrum der spanischen Mode. Nicht nur alle wichtigen spanischen Designer haben hier ein Geschaeft, nein, auch die bekanntesten Galerien Madrids befinden sich hier.
Ebenfalls eine Sehenswuerdigkeit ist das “Museo Romántico”, das dem Besucher einen Einblick in diese Epoche vermittelt.
Ein weiteres interessantes Museum ist das “Museo Municipal”, dass im angrenzenden Stadtviertel “Malasana” liegt. Man konnte hier neben den Ausstellungsstuecken des staedtischen Museums rund um die Geschichte der Stadt sogar eine Sonderausstellung eines Fotografen bewundern in der schwarz-weiss Fotos von Madrid zu sehen waren. Sehr beeindruckende Bilder, besonders wenn man die meisten Orte bereits selber gesehen hat.
SALAMANCA
Das Stadtviertel, das fuer dieses Jahr mein zuhause ist – “SALAMANCA” – entstand in den Jahren 1862/63 fuer das wohlhabende Buergertum.
Viele wohlhabende Familien wohnen noch heute in den mehrstoeckigen Apartementhaeusern neben den zahlreichen exquisiten Geschaeften und Restaurants.
Abends trifft man sich in den zahlreichen “Cervecerías” rund um die “Calle Goya”. Die “Calle Goya” ist auch eine der grossen Einkaufsstrassen Madrids.
Kein Wunder, dass sich in diesem noblen Viertel auch Madrids vornehmste Einkaufsstr. befindet: die “Calle de Serrano”.
In den schoenen alten Haeusern seitlich der Strasse, haben sich die verschiedensten noblen Geschaefte angesiedelt. Hier findet man Filialen von Prada, Versace, Gucci, Armani, Chanel und Escada.
Ebenfalls in der Naehe direkt an der “Calle Goya” befinden sich gleich zwei grosse Niederlassungen der Kaufhauskette “Corte Ingles”, sowie einige Antiquitaetengeschaefte.
Plaza de Colón
Direkt an diese noble Strasse grenzt die “Plaza de Colón”, benannt nach Christoph Kolumbus,. Dieser grosse Platz, der frueher vonVillen gesaeumt wurde nun von maechtige Buerotuermen und postmodernenWolkenkratzern am “Paseo de Recoletos” umringt – die beiden Tuermeheissen “Torres de Jerez” oder auch einfach nur “Torres de Colón”.
Der Palast im Sueden beherbergt sowohl die “Nationalbibliothek” als auch das “Archaeologische Museum”.
Die beiden Kolumbus-Denkmaeler sind aber die eigentlichen Wahrzeichen des Platzes. Eine neogotische Saeule auf deren Spitze Kolumbus thront steht an der einen Seite des Platzes. Zur anderen Seite hin befinden sich vier grosse Betonbloecke mit Zitaten ueber Kolumbus´Reisen, das eher modernere Monument.
Unter diesem sehr belebten Verkehrsknotenpunkt erstreckt sich das “Centro Cultural de la Villa de Madrid”, das Kunstzentrum und Ausstellungsraeume besitzt.
Der Platz wird von einer riesigen spanischen Flagge beherrscht, die bei einem kleinen Lueftchen und blauem Himmel einfach nur ueberwaeltigend ist!
Museo Arqueológico Nacional
Dieses Museum direkt an der “Plaza de Colón” gehoert zu den sehenswertesten der Stadt. Mehrere hundert Ausstellungsstuecke aus vorgeschichtlicher Zeit bis zum 19. Jahrhundert sind hier ausgestellt.
Zu den Hoehepunkten der Sammlung gehoeren eine Sammlung ueber die altandalusische Kultur, Votivkronen aus Toledo, herrliche roemische Mosaike und islamische Keramiken.
Die Highlights sind zum einen die “Dama De Baza”, eine polychrome Steinfigur aus Granada, in der in einer Vertiefung auf der linken Seite die Asche von Toten aufbewahrt.
Ausserdem ein “Roemisches Mosaik”, das ein Familienmonogramm zeigt, umringt von einer allegorischen Darstellung der Monate.
Mir persoenlich hat fast ein dekorativer, “Maurischer Bogen” am besten gefallen, der aus einem Palacio in Zaragoza stammt.
Direkt vor dem Museum fuehren im Garten Stufen in eine Nachbildung der “Hoehle von Altamira” mit nachgeahmten palaeolitischen Hoehlenmalereien.
Biblioteca Nacional
Die “Nationalbibliothek” beherbergt eine der bedeutensden Bibliotheken Europas. Insgesamt stehen hier neben rund 2,5 Millionen Druckbaenden, unzaehlige Zeichnungen, Gravuren, Manuskripte und Landkarten. Die “Cervantes-Sammlung” ist einer der grossen Schaetze der Bibliothek.
Ich hatte das Glueck mir all dies beim “Tag der offenen Tuer” im Dezember ansehen zu koennen und es ist wirklich ueberwaeltigend!
Im Februar hat ein Museum in der Nationalbibliothek eroeffnet, das einen wunderbaren Ueberblick ueber die verschiedenen Abteilungen, Manuskripte und Arbeitsweisen gibt. Da das Museum sehr neu ist, ist es hochmodern eingerichtet und stellt Informationen in Vitrinen und zusaetzlich ueber Flachbildschirme und PCs zur Verfuegung.
Museo Nacional de Artes Decorativas
Zwischendurch kann man einen kleinen Abstecher zum staatlichen Kunsgewerbemuseum “Museo Nacional de Artes Decorativas” machen.
Dieses befindet sich in einem Adelspalast am “Parque de Retiro” und zeigt hauptsaechlich Moebel und Kunstgegenstaende aus Spanien die bis zur Zeit der Phoenizier zurueckreichen.
Besonders bemerkenswert ist die Kueche einer Venizianischen Villa aus dem 18. Jahrhundert. Die Kacheln zeigen die damalige Hauswirtschaft.
Paseo de Recoletos
An der “Plaza de Colon endet die “La Castellana” und wird zum “Paseo de Recoletos”. Auf der einen Seite befindet sich das schicke “Salamanca” mit der “Calle Serrano” und “Calle Goya”, auf der anderen Seite liegt “Chueca” mit der “Calle del Almirante” (die ein weiteres Modeeldorado darstellt) und dem “Tribunal Supremo” sowie der “Iglesia Santa Barbara”. Ausserdem befinden sich am “Paseo de Recoletos” sowohl die “Nationalbibliothek” als auch viele nette Cafés. Die meisten habe im Sommer auf dem Mittelstreifen nette Terassen geoeffnet, auf denen man in der Sonne einen Kaffee geniessen kann.
Hier zu zaehlt das bekannte “Café Gijón”, in dem sich seit ueber hundert Jahren intelektuelle Gespraechszierkel treffen. Diese Kaffeehausszenen hatten besonders zwischen der Zeit um 1900 und dem Buergerkrieg einen besonderen Reiz. Zu dieser Zeit gab es auch noch einige dieser Intellektuellencafés, von denen das Café Gijón eines der wenigen ist, das heute noch “literati” anlockt. Schwarz-weisse Tische aus Marmor und schmiedeeiserne Saeulen wirken sehr dekorativ im Inneren.
Ein weiteres sehr interessantes Café ist das “Café El Espejo”. Dieses Café beeindruckt durch Wandspiegel, riesige Kronleuchter, Marmortische und alte Caféhausstuehle. Dadurch entsteht ein einzigartiges Ambiente.
Paseo del Prado
An den “Paseo de Recoletos” schliesst sich ab der “Plaza de Cibeles” der “Paseo del Prado” an. Der “Paseo del Prado” fuehrt mitten durch das “Madrid der Bourbonen” das von geschichtstraechtigen, wichtigen und meist neoklassischen Gebaeuden strotzt. Dieses Viertel wird daher auch oft “Barrio Griego” (Griechisches Viertel) genannt.
Der “Paseo del Prado” ist eine Art Flaniermeile auf der im 18. Jahrhundert die Reichen und der Adel mit ihren von edlen Pferden gezogenen Karossen entlangtrabten.
Der Paseo wurde besonders durch den “Prado” zum Haupttouristenmagneten.
Aber auch der an den “Prado” angrenzende koenigliche botanische Garten “Real Jardín Botánico”, in dem in sorgfaeltig gepflegten Beeten eindrucksvoll ein Ueberblick ueber die immense Pflanzenwelt gegeben wird, zum Teil mit Pflanzen aus Suedamerika und von den Philippinen, ist besonders im Fruehling wunderschoen.
Ausserdem befinden sich hier auch das “Thyssen-Bornemisza”, die beiden Hotels “Ritz” und “Palace”, sowie am Ende des Paseos der Bahnhof “Atocha” und in dessen Naehe auch das “Museo Reina Sofía”.
Ich habe mir heute im “Museo Reína Sofía” die Sonderausstellungen angesehen.
Hier finden immer im Anbau besondere Ausstellungen statt, momentan wird eine sehr interessante Ausstellung zum Thema “Kybernetik” gezeigt.
Parque de Retiro
Auf dem Rueckweg führt der Spaziergang durch den “Parque de Retiro”.
Hier stoesst man zuerst auf den “Palacio de Cristal” – den Kristallpalast, das Schmuckstueck des Parks – , der an einem kleinen See liegt. Velazquez baute diesen wunderschoenen Glas-Eisen-Pavillion urspruenglich fuer eine Blumenausstellung. Heute wird in dem kleinen Palas Kunst ausgestellt.
Nicht weit entfernt liegt auch der “Palacio de Velazquez”, der auch “Velazquez-Palast” genannt wird und auch in diesem sind Ausstellungsraeume untergebracht.
Der Retiro hat tatsaechlich so einiges zu bieten und immer wieder stoesst man auf etwas neues.