Diesmal ging es in den Norden über Zaragoza durch das Ebrotal in die Pyrenäen.
Zaragoza ist die Hauptstadt Aragoniens und hat einen wunderschönen historischen Kern zu bieten. Die Stadt wurde als römische Kolonie gegründet und diese Einflüsse lassen sich durchaus wiedererkennen. Die direkt am Ufer des Río Ebro gelegene “Basilika Nuestra Senora del Pilar” sieht man bereits von weitem und sie ist nicht nur Orientierungsmarke und Ausgangspunkt für einen Streifzug durch Zaragoza, das sakrale Meisterwer bietet auch von außen durch ihre Kuppeln und den Besatz mit bunten Keramikplatten einen wunderschoenen Anblick.
Rund um die Basilika auf der riesigen Plaza Nuestra Senora del Pilar findet man beinahe alle wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt:
Den Palacio de la Lonja, ein Renaissancepalast der heute als Ausstellungszentrum gilt, das Rathaus, den Erzbischofpalast, das Goya-Denkmal sowie das Foro Romano.
Das nächste Ziel war das Castillo de Loarre, eine zu Beginn des 11. Jh. gegen die Mauren errichtete Bastion. Dieses Kastell ist wohl bereits durch seine Lage eine der imposantesten Burgen Spaniens!
Weiter ging es vorbei an den besonders in der Abendsonne wunderschönen roten Felsen “Los Mallos” – Ausläufer der Pyrenäen und dem Stausee “Embalse de la Pena”.
Abends kamen wir dann in unserem Hostel in Yesa “Zur Wildsau – El Jabalí” an. Dann haben wir uns noch aufgemacht zum “Monasterio de Leyre”, eines der schoensten Kloster am Camino Aragonés inmitten der Bergeinsamkeit der zerklüfteten Felsgebirge der Sierra de Leyre, oberhalb des blaugrünen Stausees von Yesa.
Am naechsten Morgen um 5 Uhr klingelte der Wecker und wir haben uns aufgemacht zum wohl größten und bekanntesten Fest Spaniens – den “San Fermines” – ein großes Stiertreiben in Pamplona.
Jedes Jahr vom 6.-14. Juli werden täglich morgens um 8 Uhr die Gatter geöffnet und Stiere treiben diejenigen die sich in die Laufgasse wagen durch die Strassen Pamplonas bis in die Arena. Die Stadt steht Kopf, es Tummeln sich Verrücke aus aller Herren Länder und es wird gefeiert und getrunken ohne Ende. Auch Hemingway wurde von diesem Fest inspiriert einen seiner ersten Romane diesem bunten Treiben zu widmen.
Wir waren tatsächlich pünktlich zum Pflichtprogramm der “encierro” oder auch Stierhatz an den Gattern. Hier laufen 6 Kampfstiere durch die Gassen der Altstadt und treiben einen riesigen Pulk Läufer vor ihren Hörnern her.
Und die unzähligen Rotkreuz-Teams am Rande der Strecke bekommen genug zu tun: vom verstauchten Knöchel bis hin zu auf den Hörnern der Stiere aufgegabelte Läufer (einer ausgerechnet direkt vor unserer Nase) sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.
Leider hat das Image der Fiesta in den letzten Jahren stark gelitten da das Ganze zu einem Massenbesäufnis ausgeartet ist und die Stadt in dieser Zeit einer Müllhalde gleicht.
Was ich dennoch einfach beeindruckend fand war die Tatsache, dass alle Menschen weit und breit komplett in weiss mit rotem Schal um die Hüfte und rotem Halstuch bekleidet war. Ein wunderbares Bild, wenn sich auch auf den weißen Hemden besonders gut die Überreste von Sangria oder Bier, die nicht den Weg in den Mund gefunden haben, wiedererkennen ließen.
Daher waren wir dann doch froh nach diesem Erlebnis wieder in die Natur flüchten zu können. Nächstes Ziel auf unserer Reise war “Sangüesa”, ein monumentales Städtchen wo wir einen gemütlichen Zwischenstopp eingelegt haben.
Als nächstes kamen wir zur “Felsenburg von Javier”, die einen ganz eigentümlichen Charakter aufweist: die baulichen Elemente wirken zwar zum einen wuchtig, aber auch gleichzeitig grazil. Zu Ehren von Javier, der hier zu Welt kam, heilig gesprochen wurde und heute Schutzpatron Navarras ist werden jährlich Wallfahrten veranstaltet, “Javieradas” genannt, an denen zehntausende aus 70 Nationen teilnehmen.
Von hier aus ist es wiederum nicht mehr weit zum “Monasterio de Leyre”, das wir dann – so schliesst sich der Kreis – nocheinmal bei Tag bewundern durften und den herrlichen Ausblick auf den Stausee bei einem kleinen Picknick geniessen konnten.
Nachmittags ging es weiter durch das Tal von Salazar in Richtung Pyrenäen bis zum Ibaneta Pass und dem Kloster von Roncesvalles, dem klassischen Beginn des Jakobsweges.
Von der Passhöhe aus bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die Täler und Pyrenäenspitzen und das bei einer herrlich klaren Höhenluft!
Das Augustinerkloster Roncesvalles ist eine der ältesten, urkundlich belegten und gleichzeitig bedeutendsten Stätten der Pilgerbetreuung am Camino de Santiago.
Wir haben in unserem Hostal den fruehen Abend ebenfalls mit einer Gruppe italienischer Pilger verbracht, die uns gleich zum Abendessen eingeladen haben, bevor wir den Sonnenuntergang am nahe gelegenen Stausee genossen haben.