Im Anschluss an den Trip in Nordargentinien ging es weiter nach Bolivien. Hier haben wir im Süden eine 3-tägige Jeeptour durch die Uyuni Salzwüste gemacht und den riesigen Salzsee durchquert, sowie Lagunen und Geysire in 5.000 m Höhe bestaunt.
Der Lonely Planet schreibt:
Salar de Uyuni – durch die gespenstisch-halluzinatorischen Salzwüsten fahren, vorbei an sprühenden Geysiren und farbenprächtigen Lagunen.
Das klang doch sehr vielversprechend, also wollten wir nun herausfinden, was denn wirklich dahintersteckt.
Frühmorgens fuhr der Bus in Richtung Bolivien los, erster Stopp war in San Salvador de Jujuy, wo wir auf der Rückfahrt einen Zwischenstopp eingelegt haben, nun aber nicht mehr Zeit hatten, als unsere Bustickets für die Rückfahrt von Chile zu erstehen, bevor uns der Fahrer zurück in den Bus gejagt hat.
Im Norden Jujuys schlängelt sich die Strasse in Richtung Bolivien durch die Quebrada de Huamahuaca. Diese aus winzigen Dörfern und farbenprächtigen Hügelnbestehende Landschaft war einfach malerisch und zählt nicht umsonst zum UNESCO Weltkulturerbe.
Vormittags kamen wir in La Quiaca an. Hier gibt es nicht viel und wenn mannicht gerade auf dem Weg nach oder von Bolivien ist, hat man hier nicht wirklich etwas verloren.
Dann mussten wir mal wieder eine Grenze überqueren nach Villazón. Also hießes erstmal anstellen, Ausreise aus Argentinien und dann Einreise in Bolivien. Hier gab es ein Problem, da für eine Einreise die Gelbfieberimpfung verlangtwird und wir auch noch kontrolliert wurden. Ich hatte die Impfung zum Glück fürTanzania vorgenommen, aber Julia hatte ihren Impfpass nicht dabei…zum Glückhat sie es dann doch geschafft die Grenzbeamten zu bequatschen, aber das warerstmal ein Schreck, ich dachte schon, aus ist es mit der Bolivienreise!
Einreise nach Bolivien bedeutete außerdem wieder eine Zeitumstellung um 2 Stunden (Bolivien liegt nämlich komischer Weise noch einmal in einer anderenZeitzone als Chile oder Argentinien) und erneuter Geldwechsel in bolivianischePesos, das war nun schon die dritte Währung, da soll mal noch einerdurchblicken!!!
Jetzt waren wir in Bolivien, genauer in der Grenzstadt Villazón. Dies ist die wohl wichtigste Stadt an der Grenze zwischen Argentinien und Bolivien, siestellt aber dennoch nicht mehr dar, als eine kleine Siedlung, an derenstaubiger Hauptstrasse unzählige Artesanías Stände ihre Waren an die vorbeikommenden Touristen verkaufen zu versuchen.
Von hier aus wollten wir unseren Trip starten. Eigentlich wollten wir auf eigene Faust bis Tupiza fahren um dann vor Ort eine Jeeptour durch den Südwesten Boliviens zu buchen. Glücklicherweise fanden wir aber bereits in Villazón einen Touranbieter, der genau die Tour mit Endpunkt Chile anbot, die wir gesucht haben, also haben wir die Tour schon hier gebucht. So mussten wir uns weder um Zugtickets noch um eine Übernachtungsmöglichkeit in Uyuni kümmern.
Mit dem Zug ging es dann also erstmal über Tupiza bis nach Uyuni. Das auf knapp 3.000 m liegende Tupiza ist eine ruhige Siedlung, die irgendwo im WildenWesten liegen könnte. In Realität ist es aber die Cordillera de Chicas, die sie umgibt, mit ihren in allen Farben schillernden Felsen, Hügeln, Bergen, Schluchten und Kakteenwäldern.
Wir hätten nicht damit gerechnet, dass die Zugfahrt so lang dauern würde, da das Stück auf der Karte nicht sehr weit aussah. Aber der Zug, es handelte sich hierbei noch um ein älteres Modell, konnte nicht allzu schnell fahren. Zum Glück war die Landschaft so wunderbar, da ging die Zeit schneller vorbei
Nur die letzten Stunden zogen sich dann wie Kaugummi…wir waren alle müde,es war eiskalt im Zug, da es anscheinend keine Heizung gab und man sich inBolivien ja bereits in großer Höhe befindet ist es noch einmal um einigeskälter als in Argentinien.
Daher waren wir heilfroh als wir um Mitternacht endlich in Uyuni ankamen, glücklicherweise mussten wir uns dann nicht mehr in den überfüllten Hostels aufdie Suche nach freien Betten machen, denn unsere Betten waren ja reserviert!
So sind wir todmüde, warm eingepackt in unsere Betten gefallen.
Am nächsten morgen sind wir viel zu früh aufgestanden, da wir nicht an die 2-stündige Zeitumstellung gedacht haben und uns dann erst, als wir auf der Strasse standen und die Marktstände gerade aufgebaut wurden, gewundert haben, warum denn die Bolivianer so spät ihren Markt aufbauen.
Da war es dann schon zu spät und wir haben die Möglichkeit genutzt ganz in Ruhe über den Markt zu schlendern, Frühstück einzukaufen und uns gegen die Kälte mit warmen Alpaca Kleidungsstücken einzudecken. Durch die Höhe in der wir uns in Bolivien so plötzlich befanden, war es ziemlich kalt, aber Dank Poncho, Mütze, Schal und Handschuhe aus schöner Alpaca Wolle würden wir nicht erfrieren
Es war ausserdem ein wirklich schöner, bunter Markt, so vergingen die 2 Stunden wie im Fluge!
Dann ging es los auf unsere viertägige Jeeptour durch den Südwesten Boliviens. Die Rucksäcke wurden auf dem Dach des Jeeps verstaut und mit einer Plane geschützt. Wir haben unsere Mitreisenden – 2 Franzosen und 1 Porteno (Einwohner aus Buenos Aires) – kennengelernt, mit denen wir uns den Jeep – ein Toyota Land Cruiser (angeblich die einzigen Autos, die für dieses Gelände geeignet sind) – teilen würden, sowie unseren Fahrer Antonio und unsere Köchin Judith.
Der erste Stopp war an einem alten Zugfriedhof in der Nähe von Uyuni am Rande des Salar, mit zum Teil über 100 Jahre alten Zügen.
Und danach ging es dann los durch das Salar de Uyuni. Diese 12.000 km² große, absolut flache “Salzwüste” ist als Rest eines ausgetrockneten riesigen Sees übrig geblieben. Das Salz erreicht Stärken von bis zu 30 Metern und kann auch von Bussen und LKWs zum Salzabbau befahren werden. Der auf 3.600 m gelegene Salar zählt als einer der landschaftlichen Höhepunkte des Altiplano.
Mit gleißender Helligkeit am Tage – alles ist weiss und es strahlt so sehr, dass es in den Augen wehtut – und bitterkalten Nächten ähnelt er zwar einem steinhart gefrorenen See, doch was da unter den Füßen knirscht sind keine Eiskristalle, sondern grobe Salzkristalle.
Während unserer Reise war die “Wüste” lediglich am Rand von einigen Zentimetern Wasser bedeckt. Die Fahrt führte zuerst durch dieses bizarre Gewässer mit schneeweißem Grund aus Salzkristallen, welches die Wüste umgab, danach sind wir über die unendlich scheinende Fläche der Salzwüste gefahren, bis zu einem Feld mit vielen kleinen “Zuckerhüten”. Nur bestanden diese nicht aus Zucker, sondern aus Salz und stellten die Art und Weise des Salzabbaus dar. Der Salzreichtum des Salar de Uyuni wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt von denen jährlich etwa 25.000 Tonnen abgebaut und in die Städte transportiert werden.
Hierfür wird das Salz zu kleinen sandburgenartigen Türmen aufgeschichtet, so dass das Wasser entweichen kann (daher sind die Türme auch immer von einem Wassergraben umgeben, wie eine echte Sandburg also). Diese werden dann in LKWs abtransportiert.
Anschließend konnten wir die Salzgewinnung und Weiterverarbeitung im Dorf Colchani beobachten.
Während der Fahrt hat sich unser Fahrer mit uns unterhalten, wobei er sich einfach umgedreht hat, anstatt nach vorne zu sehen (das war aber ungefährlich, da es ja keine Hindernisse gab und immer nur geradeaus ging).
Dann haben wir noch die Insel Incahuasi (”Haus des Inca”) besucht, das ist die bekannteste Insel im Salar de Uyuni. Diese Insel ist von vielen bis ca. 20 m hohen Säulenkakteen bewachsen (teilweise mehr als 1200 Jahre alt), die wohl nur 1 cm/Jahr wachsen, was auf ein beachtliches Alter schliessen lässt.
Hier gab es Mittagessen, unsere Köchin hat uns Lama zubereitet, was wir aber vorher nicht wussten, also habe ich es probiert und ich muss sagen es hat ziemlich gut geschmeckt.
Schlafen sollten wir eigentlich in einem Salz-Hotel, das ganz aus Salzblöcken gebaut ist (sogar Tische, Stühle, Betten, usw.), und auch der Fußboden besteht aus sandartigen Salzkristallen. Da wir jedoch immer die letzten waren, die ankamen, war dieses bereits ausgebucht, worüber ich auch froh war, da diese Salzhotels illegal sind und man sie nicht mit einem Besuch unterstützen sollte.
Daher haben wir die Nacht in einem ziemlich miesen Hotel verbracht, das in einem kleinen Dörfchen lag, in dem es ausser ein paar Häusern und leeren Strassen nichts weiter gab.
Auch die Zimmer waren nicht gerade luxuriös, die Wände hatten Feuchtigkeits- und Schimmelflecken und unter der Bettdecke erwarteten uns tote Fliegen. Ausserdem war es eiskalt!
Am nächsten morgen waren wir also froh, als es endlich weiterging. Nach dem Frühstück führte unsere Tour durch eine Wüste in 4700 m Höhe zum Arbol de Piedra (Baum aus Stein), einer seltsamen baumförmigen Felsformation.
Nächster Stopp war bei der so genannten Laguna Colorada (Bunte Lagune). Diesen Namen trägt sie auf Grund ihrer Farbenvielfalt, die nur zum Vorschein kommt wenn der Wind weht (wir hatten Glück, wir wurden vor lauter Wind fast davon geweht!) und die ihr die zahlreichen Algen verleihen. Diese Algen wiederum dienen als Futterquelle für die unzähligen Flamingos, die die Lagune bewohnen, die zusammen mit dem Salar einen wichtigen Lebensraum für die südamerikanischen Flamingos darstellen.
Auch diese Nacht war nicht gerade komfortabler oder wärmer, was aber halb so wild war, da wir bereits um 4 Uhr morgens aufgestanden sind, weil wir die auf 4900 Metern Höhe gelegenen Geysire mit ihren Dämpfen im Licht der aufgehenden Sonne bewundern wollten. Diese Geysire blubbern gemütlich in einer grauen schlammigen Masse vor sich ihn und speien Dämpfe aus, die in der aufgehenden Sonne fast mystisch erscheinen.
Als wir dann richtig schön durchgefroren zu den Thermalquellen gefahren sind, luden uns deren natürliche Pools uns zu einem entspannenden morgendlichen Bad im 30 Grad warmen Wasser ein.
An der Grenze zu Chile sahen wir die Laguna Verde (Grüne Lagune), die am Fuße eines fast 6000 Meter hohen Vulkans liegt, der sich herrlich im klaren Wasser spiegelte.
Von hier ging es dann über die Grenze nach Chile.