Zum Abschluss unserer Reise waren wir noch ein paar Tage in Buenos Aires. Hier haben wir die Stadtviertel “Palermo”, “Recoleta”, “San Telmo”, “La Boca” und natürlich das Zentrum durchstreift und Julias Freunde in “La Plata” (einem eine Stunde ausserhalb von Buenos Aires gelegenen Städchen) besucht.
Das letzte Wochenende unserer Reise haben wir in Buenos Aires verbracht. Nach der langen Busfahrt von Chile nach Iguazú hatten wir uns einen Flug nach Buenos Aires gegönnt, um uns die erneuten 20 h im Bus zu ersparen.
Freitag mittag kamen wir am Flughafen in Buenos Aires an und haben uns im Bus mit unseren Rucksäcken auf den Weg in die Stadt gemacht, um das einzige Iberia Office, das es in Argentinien gibt, aufzusuchen, da es Probleme mit dem Rückflug gab.
Leider wurden wir auf Grund einer falschen Auskunft zuerst an einer anderen Strasse rausgelassen als wo wir eigentlich hin wollten und kamen dann nach einem kleinen Fußmarsch durch Buenos Aires (was ja nicht so schlimm gewesen wäre, aber mit den schweren Rucksäcken durch die Mittagshitze zu marschieren war nicht unbedingt die Traumvorstellung) am Iberia Büro an, wo sich dann auch die Probleme in Luft aufgelöst haben und meine Cousine endlich ihr Rückflugticket in der Hand hielt.
Jetzt, wo das alles geklärt war konnten wir uns beruhigt auf die Buenos Aires Erkundungstour machen – nur die Rucksäcke wollten wir vorher noch loswerden. Wir hatten zum Glück einen Tipp bekommen, wo wir sie tagsüber abgeben konnten.
In Buenos Aires gibt es aber so viel zu sehen, dass wir zuerst gar nicht wussten wo wir denn beginnen sollten.
In der Mitte der riesigen Stadt befindet sich das Stadtzentrum mit den Haupteinkaufsstrassen sowie vielen historischen Gebäuden. Hier sind wir auf der Suche nach dem Iberia Büro unterwegs gewesen und wollten daher den Nachmittag ein wenig abseits von diesem Trubel verbringen.
Nördlichdes microcentros liegen die bekannten Stadtviertel Palermo mit zahlreichen Parks, vielen Restaurants und Bars und Recoleta mit seinem berühmten Friedhof.
Wir sind zuerst in Richtung Recoleta losgezogen. Dies ist das vornehmste Viertel inBuenos Aires und beherbergt gleichzeitig eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, den Cementerio de la Recoleta. Wir haben bei einem Bummel durch die schönen sauberen,grünen Strassen des Viertels, die riesigen „ombú“ – Bäume bewundert, sowie über die professionellen Gassigeher mit bis zu 15 Hunden an der Leine, auch „paseaperros“ genannt, gestaunt. Ausserdem haben wir einen kleinen Markt besucht, an dem wieder das ein oder andere Geschenk für die Daheimgebliebenen erstanden wurde. Durch Zufall kamen wir an den hohen Mauern, die den Friedhof umgeben, an und haben ihm selbstverständlich ebenfalls einen Besuch abgestattet. Hier ruhen sich wohl ganze Generationen der Oberschicht Argentiniens inmitten von pompösem Prunk aus. Es ist ein komisches Gefühl durch diese Ministadt bestehend aus Statuen, Marmorfassaden und Sarkophagen zulaufen, aber andererseits auch faszinierend! Auch Evitas Grab kann hier besucht werden.
Nach dieser Runde durch Recoleta haben wir Palermo erkundet. Dieses Viertel begeistert mit grünen Parks, wie dem wunderschönen Jardín Botánico und dem Jardín Japonés, die sich prima füreinen gemütlichen Spaziergang in der Sonne eigneten! Vorbei ging es am Jardín Zoológico, eine herrliche Allee entlang. Wohin man sieht erblickt das Augeimposante Statuen, herrliche Gebäude, Botschaften und die wunderbaren Grünanlagen.
Palermo Viejo wollten wir uns für den nächsten Tag aufheben. Bei unserem langen Spaziergang quer durch die Stadt und allem was es unterwegs zu sehen gab, war uns gar nicht aufgefallen, dass es bereits abend geworden war.
Da Javier erst sehr spät zurückkam, haben wir uns entschlossen bei Julias Freunden in La Plata, einem Städtchen etwa eine Stunde ausserhalb von Buenos Aires zu übernachten.
Was wir allerdings mal wieder nicht berücksichtigt hatten waren die Busse. Bus fahren in Argentinien wird einem durch die bereits geschilderte Kleingeldproblematik wirklich nicht gerade erleichtert…
Also mussten wir mal wieder erst einige Kioske abklappern, bevor jemand Erbarmen hatte und uns etwas Geld für die Busfahrt wechselte. So konnten wir dann in rasanter Fahrt (man könnte meinen der Fahrer hatte Spass daran, dass alle die keinen Sitzplatz hatten durch den Bus flogen) zurück ins Stadtzentrum fahren, um unsere Rucksäcke zu holen und den Bus nach La Plata zu suchen. Auch hier haben wir wieder dazu gelernt. Man kann nicht einfach in den Bus einsteigen. Nein, es war ja Freitag abend, also natürlich doppelter Feierabendverkehr, zum einen die Tagespendler, zum anderen die Wochenendeheimfahrer und somit erwarteten uns zwei lange Schlangen. Eine um das Ticket zu kaufen und eine andere um einen Platz in einem der Busse zu ergattern. Nachdem wir den ganzenTag durch die Stadt gelaufen waren, waren wir so froh endlich in einem der Busse zu sitzen und noch einmal eine herrliche Stadtrundfahrt bei nacht durch Buenos Aires geboten zu bekommen.
Als wir dann gegen 22 Uhr in La Plata ankamen wurden wir schon von Leo und Gastón abgeholt. Gastóns Geschwister waren an diesem Wochenende nicht zuhause, so hatten Julia und ich sogar ein ganzes Zimmer für uns!
Wir haben dann erstmal Empanadas bestellt, herrlich so wie man bei uns Pizza bestellt gibt es in Argentinien feinste Empanadas, und haben in Julias Geburtstag hineingefeiert!
Am nächsten morgen hat Gastón noch Frühstück für uns vorbereitet, bevor er uns in den Bus nach Buenos Aires gesetzt hat. Es war echt so lieb, wie er sich um uns gekümmert hat, aber das ist eben argentinische Gastfreundlichkeit!
Julias Geburtstag haben wir mit einem Bummel durch das lebhafte Arbeiterviertel La Boca begonnen. La Boca zählt, wie wir auch sehr schnell sehen konnten, zu den ärmeren barrios der Stadt. Das Viertel ist auch die Heimat der Fussballmannschaft Boca Juniors mit ihrem blau-gelben Fussballstadion.
La Boca verläuft entlang des alten Hafens an der Mündung („boca“) des Río Riachuelo. Gegründet wurde es von Einwanderern aus Genua. Hauptattraktion ist der Caminito. Dies ist eine kunterbunte Fußgängerzone gesäumt von Gebäuden mit Wellblechfassaden, wo lokale Künstlerzum lebendigen Ambiente beitragen indem sie ihre farbenfrohen Gemälde ausstellen. Ausserdem gibt es zahlreiche Restaurants in die die Touristen gezogen werden, sowie Tango Tänzer, die auf der Strasse ihre Tänze vorführen.
Von La Boca sind wir weitergelaufen nach San Telmo. Hier – so sagt man – schlägt so wirklich das Herz der hiesigen Tangokultur. In diesem Viertel gibt es unzählige Pflasterstrassen, einen herrlichen Markt auf der Plaza San Telmo, an dem wir auch wieder einige Zeit verbracht haben.
Als nächstes kamen wir nach Puerto Madero, dem jüngsten barrio von Buenos Aires, ein renoviertes Hafenviertel mitschmucken Fußgängerpromenaden, trendigen Bars und Restaurants, sowie teuren Hotels und Lofts. Nachdem wir uns hier in der Sonne sitzend ein wenig von dem Fußmarsch erholt hatten, ging es wieder auf die andere Seite des Flusses ins Stadtzentrum.
Hier haben wir zuerst die Casa Rosada bewundert, den rosafarbenen Präsidentenpalast, dessen Balkon durch die Auftritte Evitas Berühmtheit erlangte. Neben diesem hervorstechenden Gebäude, umgaben wohl früher einige kolonialzeitliche Häuser die heute von unzähligen Tauben belagerte Plaza de Mayo. Heute ist von diesen nur das neu gestaltete Museo de Cabildo übrig. Ausserdem erwähnenswert ist die Catedral Metropolitana, die das Grab von José de San Martín enthält, dem bis heute überall in Argentinien verehrten Befreier.
Von hier sind wir dann, vorbei an der Avenida Florida, eine verkehrsberuhigteFußgängerzone, auf den riesigen Obelisco, der ein Wahrzeichen von Buenos Aires ist, zugelaufen.
Danach haben wir erneut die ultrabreite Avenida 9 de Julio überquert, um nach Palermo Viejo zu laufen, wo wir uns mit Javier treffen wollten.
Wir hatten die Strecke allerdings kürzer in Erinnerung und haben dann doch beschlossen, den Bus zu nehmen. Nach einer halben Odyssee kamen wir auch tatsächlich in Palermo Viejo an, wo wir Javier getroffen haben. Nach einem kleinen Einkaufsbummel über den Markt haben wir uns dann entschieden nach San Telmo zufahren, um dort den abend in einem der netten Cafes auf dem Platz zu geniessen.
Es war auch wirklich ein schöner Abend, ein Gitarrenspieler hat das herrliche Ambiente noch untermalt und wir hätten mal wieder fast die Zeit vergessen…
Dann hieß es Abschied nehmen. Julia und ich sind dann ein letztes Mal durch die Straßen in Buenos Aires gebummelt, haben ein nettes kleines Straßencafe gefunden, wo wir gemütlich in der Sonnen gefrühstückt haben.
Dann ging es auch schon los zum Flughafen und zurück ging es ins kalte Deutschland. Dennoch habe ich mich nach dieser herrlichen Zeit und all den wunderbaren Erlebnissenauch ganz riesig darauf gefreut wieder nach Hause zu kommen!!!